Konflikt mit Russland Zehntausende Soldaten stehen weiter an Grenze zur Ukraine

Russland hat seine Truppen noch immer nicht aus dem Grenzgebiet zur Ukraine abgezogen. Eine Militärintervention im Nachbarland schließt der Kreml aber aus. Der ukrainische Regierungschef will den Aufständischen im Osten entgegenkommen.

Luftbild von russischen Truppen: "Einen Abzug kann ich nicht bestätigen"
AP/ DigitalGlobe via SHAPE

Luftbild von russischen Truppen: "Einen Abzug kann ich nicht bestätigen"


Berlin - Die Bundesregierung geht davon aus, dass noch immer Zehntausende russische Soldaten an der Grenze zur Ukraine stationiert sind. "Einen Abzug russischer Truppen von der Grenze kann ich nicht bestätigen", sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Christiane Wirtz in Berlin.

Nach Angaben von US-Experten und hohen Nato-Militärs, die auf Satellitenbilder verweisen, sind derzeit 35.000 bis 40.000 russische Armeeangehörige im Grenzgebiet zur Ukraine einsatzbereit. Es sei aber bisher noch nicht so weit, dass die EU zur dritten Sanktionsstufe greifen werde, betonte Wirtz. Die Lage werde weiterhin sehr genau beobachtet.

Die Nato fordert Moskau zu einer diplomatischen Lösung der Ukraine-Krise auf: "Ich appelliere an Russland, konkrete Schritte zur Wiederherstellung des Vertrauens der internationalen Gemeinschaft zu unternehmen", sagte Anders Fogh Rasmussen nach Gesprächen mit Bulgariens Staatschef Rossen Plewnliew in Sofia. "Russlands Aggression in der Ukraine hat das Bild eines stolzen freien und friedlichen Europas in Frage gestellt", kritisierte der Nato-Generalsekretär.

Jazenjuk besucht Donezk

Der Kreml versucht derweil die Angst vor einem militärischen Eingreifen in der Ostukraine zu mildern: "Wir können dieses Bestreben gar nicht haben. Es widerspricht den Kerninteressen der Russischen Föderation. Wir wollen die Ukraine in ihren heutigen Grenzen erhalten, aber mit voller Anerkennung für die Regionen", sagte Außenminister Sergej Lawrow.

Der Chef der ukrainischen Übergangsregierung, Arsenij Jazenjuk, deutete in dieser Frage ein Einlenken an. Er werde "dem Wunsch der Menschen nach mehr regionalen Befugnissen" nachkommen, sagte Jazenjuk bei einem Besuch in Donezk. Dort hatten prorussische Aktivisten am vergangenen Sonntag die Regionalverwaltung besetzt und eine autonome Republik ausgerufen.

Ein Ultimatum zur Räumung des Gebäudes lief am Freitag ab. Jazenjuk betonte, dass Gewalt keine Option sei. Wie er die verfahrene Lage klären will, verriet er jedoch nicht.

syd/dpa/AFP/Reuters

insgesamt 31 Beiträge
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raveland 11.04.2014
1. Wie die Lage geklärt...
schauen Sie einfach mal russisches Fernsehen :). Es wurden mehrere Demonstranten die sich in diesem Gebäude und Umfeld aufgehalten haben erschossen und beseitigt. Dazu gibt es einige Aufnahmen. Sollten also im WWW auch irgendwann auftauchen. Na dann vertraut dieser Regierung weiterhin.
riley34 11.04.2014
2. Warum sollte Putin
in die Ukraine einmaschieren? Er schützt ja nur sein eigenes Land gegen ein Aggression aus dem destabilisiertem Nachbarland. Und wenn die Volksabstimmungen in den östlichen Landesteilen der Ukraine inklusive Odessa und Transnistiren den grossen Wladimir Wladimirowitsch Putin um Aufnahme in die russische Förderation bitten, wird er dem grossmütig stattgeben. Dann wird er nur seine Truppen auf seinem eigenen Territorium um ein kleines Stück nach Westen verlagern, ebenfalls nur zum territorialen Schutz des eigenen Landes. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.
biber01 11.04.2014
3. was meinen Sie,
wie mit Bewaffneten in Deutschland o. gar in Russland umgegangen wuerde, die Regierungsgebaeude besetzt hielten....
wrobel2 11.04.2014
4. @Raveland
Genau, den das russische Fernsehen sagt ja nur die Wahrheit und macht keine Propaganda! Ich vertraue weder der einen noch der anderen Seite. Die versuchen und nur zu beeinflussen!
NauMax 11.04.2014
5.
Zitat von ravelandschauen Sie einfach mal russisches Fernsehen :). Es wurden mehrere Demonstranten die sich in diesem Gebäude und Umfeld aufgehalten haben erschossen und beseitigt. Dazu gibt es einige Aufnahmen. Sollten also im WWW auch irgendwann auftauchen. Na dann vertraut dieser Regierung weiterhin.
Ja, weil die Russen natürlich niemals versuchen würden, die öffentliche Meinung zu ihren Gunsten zu beeinflussen und Putins Mediengesetz ja ein Ausdruck purer Pressefreiheit ist... Einseitige Berichterstattung ist überall ein Problem. Nur bei uns werden Sender und Websites nicht abgeschaltet, weil sie das Falsche gesendet bzw. geschrieben haben.
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