Machtdemonstration im Baltikum Russische Retourkutsche

Nur einen Tag nach der Nato-Militärparade im estnischen Narva reagiert Russland: mit einem Manöver an der Grenze zu Estland und Lettland - Massenabsprung von Fallschirmjägern inklusive.
Soldaten in Wolgograd: Jetzt startet Russland Manöver an den Grenzen

Soldaten in Wolgograd: Jetzt startet Russland Manöver an den Grenzen

Foto: ANDREY KRONBERG/ AFP

Moskau - Dass Russland die Militärparade in Estland als Provokation verstehen würde, war zu erwarten: Nur wenige hundert Meter von seinem Territorium entfernt hatten mitten im Ukraine-Konflikt Hunderte Nato-Soldaten an einer Parade teilgenommen.

Nun hat Russland reagiert und ein mehrtägiges Manöver an der Grenze zu Estland und Lettland gestartet. Die Übungen mit rund 2000 Soldaten in der Region Pskow seien bis Samstag vorgesehen, sagte die Sprecherin des russischen Verteidigungsministeriums, Irina Kuglowa. Einer der Höhepunkte wird demnach der Massenabsprung von Fallschirmjägern sein.

Seit Beginn der Ukraine-Krise hat Russland immer wieder mit Militärmanövern seine ehemals sowjetischen Nachbarn sowie den Westen provoziert.

Am Dienstag waren bei der Militärparade zum estnischen Unabhängigkeitstag in Narva auch britische, holländische, spanische, lettische, und litauische Soldaten dabei. Auch zwei US-Panzerfahrzeuge sowie mehrere niederländische Panzer waren beteiligt. Narva trennt nur ein Fluss von Russland.

Kommentatoren hatten die Teilnahme an den Feierlichkeiten als deutliches Signal an Russland gewertet, dass sich die Nato-Mitglieder ihrer Bündnistreue verpflichtet fühlen. Estland gehört wie die anderen baltischen Staaten seit 2004 zur Nato. Russland äußert regelmäßig Kritik an der Nato-Osterweiterung. Zuletzt versuchte auch der ukrainische Präsident Petro Poroschenko, eine Nato-Mitgliedschaft seines Landes voranzutreiben. Der Westen reagiert darauf eher zögerlich.

mia/afp
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