Konflikt mit dem Westen Russland will Bomber-Patrouillen bis nach Amerika schicken

Russland lässt weiter die Muskeln spielen: Der Kreml will seine Langstreckenbomber künftig auf Patrouillenflüge bis an die Küsten Nordamerikas schicken. Auch auf See will Moskau seine Militärpräsenz ausweiten.

Russischer Langstreckenbomber (im Oktober): Flüge bis in die Karibik?
AP

Russischer Langstreckenbomber (im Oktober): Flüge bis in die Karibik?


Moskau - Russland hat eine Ausweitung seiner Bomber-Patrouillen bis an die Grenzen der USA und Kanadas angekündigt. Als Teil der Ausbildung sollen Langstreckenbomber künftig über die Gewässer um Nordamerika fliegen, sagte Verteidigungsminister Sergej Schoigu laut der Nachrichtenagentur Itar-Tass. "In der gegenwärtigen Lage müssen wir unsere Militärpräsenz im westlichen Atlantik, im östlichen Pazifik sowie den Gewässern der Karibik und des Golfs von Mexiko sicherstellen", erklärte er weiter.

Schoigu hatte bereits früher in diesem Jahr angekündigt, dass Russland eine grundsätzliche Ausweitung seiner militärischen Aktivitäten beabsichtige. Dafür werde der Kreml sich darum bemühen, dass russische Marineschiffe Häfen etwa in Lateinamerika und Asien ansteuern dürfen. Entsprechende Gespräche würden unter anderem mit Algerien, Zypern, Nicaragua, Venezuela, Kuba, den Seychellen, Vietnam and Singapur geführt. Bei den Verhandlungen ging es demnach auch um die Nutzung von Flugplätzen durch russische Militärflugzeuge.

Die russische Luftwaffe fliegt nach Angaben der Nato mit immer größeren Bomberstaffeln in Europa, bleibt dabei jedoch im internationalen Luftraum. Moskau hatte während des Kalten Krieges regelmäßig seine atomwaffenfähigen Langstreckenbomber bis nah an die Außengrenzen westlicher Staaten geschickt. Diese Flüge wurden nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion jedoch zurückgefahren. Russlands Präsident Wladimir Putin ließ sie 2007 wieder verstärkt aufnehmen. Zuletzt kam es zu Dutzenden gefährlichen Situationen bei riskanten Militärmanövern Russlands und der Nato.

Im Oktober hatte ein bislang ungeklärter Vorfall vor der schwedischen Ostseeküste den Verdacht aufgeworfen, Russland habe womöglich ein U-Boot in westliche Gewässer entsendet: Die Regierung in Stockholm ließ tagelang nach der Ursache für die mutmaßliche "ausländische Unterwasseroperation" suchen - letztendlich jedoch ohne Erfolg.

mxw/Reuters/AP

insgesamt 167 Beiträge
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thetruetoday 12.11.2014
1.
Und jetzt sag ja einer Putin Provoziere nicht.
Teigkonaut 12.11.2014
2. der lupenreine Demokrat
könnte sich verrechnen. Die ehemalige Sowjetunion ist nicht an ihrer militärischen Stärke gescheitert sondern an ihrer ökonomischen Unterlegenheit. Genauso könnte es mit Russland auch kommen. Außer Rohstoffen haben die Russen im Export wenig zu bieten. Ein schlechter Befund für kostspielige Kraftmeiereien.
tompike 12.11.2014
3. Erfolgreiche EU-Erweiterung?
Das war und ist wohl die teuerste und gefährlichste EU-Expansion! Vielen Dank dafür. Diese Schuldenaufnahmen zur Finanzierung der Ukraine-Krise und Kriegsfolgen hätten an anderer Stelle (Schulen/ Kindergärten/... ) mehr eingebracht.
flo_bargfeld 12.11.2014
4. @thetruetoday:
Zitat von thetruetodayUnd jetzt sag ja einer Putin Provoziere nicht.
Sie müssen sich das wie bei Kindern im Sandkasten vorstellen – die provozieren sich gegenseitig. So hat die NATO ihre Luftraum-Patrouillen z.B. im Baltikum schon vor geraumer Zeit massiv verstärkt, nur liest man davon nicht so oft in der westlichen Presse. Ich bin mir übrigens ziemlich sicher, dass die meisten "einfachen" Menschen in Ost und West rein gar nichts von diesem hochnotpeinlichen gegenseitigen Provozieren halten, das ja unterm Strich immer vom Steuerzahler finanziert wird.
solarfix 12.11.2014
5. Sind die alle nicht ganz dicht?!
Die schäbigen Kriegstreiber auf beiden Seiten gehören weggesperrt, auf immer. Ich hoffe, dass die Menschen in den Staaten sich nicht instrumentalisieren lassen und gegen diese Kriegshetzer auf die Strassen gehen. Hier muss schnellstmöglich Widerstand aufgebaut werden.
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