Signal an Moskau USA und Ukraine provozieren mit Manöver im Schwarzen Meer

Schon im Vorfeld hatte es Proteste aus Russland gegeben - trotzdem haben die USA und die Ukraine nun mit ihrem Manöver im Schwarzen Meer begonnen. Drei Tage soll die Waffenschau dauern, zur Entspannung in der Region dürfte das nicht beitragen.
US-Kriegsschiff im Schwarzen Meer (Archivbild): Umstritte Übung begonnen

US-Kriegsschiff im Schwarzen Meer (Archivbild): Umstritte Übung begonnen

Foto: STRINGER/RUSSIA/ REUTERS

Washington/Kiew - Seit einigen Stunden läuft das "Sea Breeze"-Manöver, eine gemeinsame Seeübung, an der sich unter anderem die USA und Einheiten der ukrainischen Marine beteiligen. Ähnliche Aktionen hatten die Länder bereits in der Vergangenheit durchgeführt - die Lage im Osten der Ukraine sorgte bei der aktuellen Auflage jedoch für zusätzliche Brisanz.

Mit der dreitägigen Übung wolle man die maritime Sicherheit in einem Krisengebiet gewährleisten, teilte das Verteidigungsministerium in Kiew mit. An dem Manöver nehmen auch Kanada, Rumänien, Spanien und die Türkei teil.

Vier Nato-Schiffe sind dazu ins Schwarze Meer eingelaufen und am Freitag im bulgarischen Hafen Burgas vor Anker gegangen. Die Übung sei schon vor der aktuellen Krise um die Ukraine geplant gewesen, sagte ein Sprecher der Militärallianz. Sie gehöre zu den vom Nato-Rat beschlossenen Maßnahmen, "um unsere gemeinsame Verteidigung zu stärken und die Stärke der Nato-Solidarität zu zeigen".

Russland hatte das Manöver nahe dem Krisengebiet Ostukraine als "völlig unpassend" kritisiert. Die Führung in Moskau verlegte den russischen Lenkwaffenkreuzer "Moskwa" (Moskau) ins Mittelmeer. Zudem führt die russische Marine parallel ebenfalls ein Großmanöver in unmittelbarer Nähe der Krisenregion durch.

Für Russland seien im Schwarzen Meer etwa 20 Kriegsschiffe sowie Jagdbomber vom Typ Suchoi Su-24 und Kampfhubschrauber im Einsatz, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Auch Tests von Marschflugkörpern seien geplant.

Die nach monatelangen Kämpfen am Freitag vereinbarte Feuerpause in der Ostukraine erwies sich trotz aller Friedensbeteuerungen der Konfliktparteien am Wochenende als brüchig. Bei Granatenbeschuss kam in der Hafenstadt Mariupol eine Frau ums Leben. Auch in Donezk soll es Todesopfer gegeben haben.

jok/dpa/Reuters