Ukraine-Konflikt USA schicken zwölf Kampfjets nach Polen

Angesichts der Krim-Krise weiten die USA ein Manöver in Polen aus. Das Pentagon schickt jetzt zwölf Kampfflugzeuge und 300 Soldaten. Der deutsche Außenminister Steinmeier macht ebenfalls mehr Druck auf Präsident Putin und erwartet nun eine Verschärfung der Sanktionen.
Amerikanischer Kampfjet F-16: Übung in Polen

Amerikanischer Kampfjet F-16: Übung in Polen

Foto: RAUL ARBOLEDA/ AFP

Washington - Die USA verlegen vor dem Hintergrund der Krise in der Ukraine zwölf F-16-Kampfjets nach Polen. Für eine Militärübung sollen bis Donnerstag zudem 300 US-Soldaten nach Polen geschickt werden, wie das Verteidigungsministerium in Warschau am Sonntag mitteilte. Das Manöver sei schon länger geplant gewesen, sagte Ministeriumssprecher Jacek Sonta. Angesichts der "angespannten politischen Situation" in der Ukraine hätten Warschau und Washington nun aber vereinbart, es auszuweiten und vorzuziehen.

Die USA hatten am Donnerstag bereits sechs zusätzliche F-15-Kampfjets ins benachbarte Litauen verlegt. Litauens Verteidigungsminister Juozas Olekas sagte, die Kampfflugzeuge seien die Antwort auf die "russische Aggression in der Ukraine und eine erhöhte militärische Aktivität in Kaliningrad", der russischen Exklave an der Grenze zu Litauen und Polen.

Kampfflugzeuge der Nato patrouillieren routinemäßig über den drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen, die der westlichen Militärallianz angehören, aber selbst über keine schlagkräftige Luftwaffe verfügen. Die Verantwortung für den Einsatz wechselt alle vier Monate zwischen den Verbündeten, seit Januar fliegen bereits vier US-Kampfjets vom Typ F-15 über dem Baltikum. Polen hat selbst 48 F-16-Kampfflugzeuge.

Steinmeier erwartet nächste Stufe der Sanktionen

Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier wirft Russland inzwischen eine unnachgiebige Haltung in der Krim-Krise vor. Steinmeier, der bisher vor allem auf Diplomatie gesetzt hat, erwartet nun eine baldige Verschärfung der EU-Sanktionen. "Wenn es in den Gesprächen, die morgen oder übermorgen vielleicht noch anstehen, wenn es dann nicht zu entsprechender Bereitschaft kommt, sich auf der russischen Seite zu bewegen, dann wird man die nächste Stufe der Sanktionen erreichen müssen", sagte der SPD-Politiker am Sonntagabend in der ZDF-Sendung "Berlin direkt". Diese EU-Sanktionen sehen Reisebeschränkungen und Kontensperrungen für bestimmte im Ukraine-Konflikt verantwortliche Personen vor.

Während die Lage auf der von prorussischen Uniformierten eingenommenen Krim angespannt bleibt, verschärft sich der Konflikt zwischen den Regierungen in Moskau und Kiew. Die ukrainische Führung drehte der moskautreuen Führung der Krim den Geldhahn zu. Prorussische Bewaffnete hatten zuvor OSZE-Beobachtern mit Warnschüssen den Zutritt zur Krim verweigert.

Die Bewohner der Halbinsel sollen in einem Referendum am nächsten Sonntag darüber entscheiden, ob sich die Krim der Russischen Föderation anschließt. Eine Mehrheit dafür gilt als wahrscheinlich. Die über Jahrhunderte russische Halbinsel gehört völkerrechtlich zur Ukraine. Die Regierung in Kiew und der Westen werfen Russland vor, die Halbinsel vor etwa einer Woche völkerrechtswidrig unter russische Kontrolle gebracht zu haben.

ler/AFP/dpa
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