Russische Aggression Britischer Minister sieht Baltikum in Gefahr

Erst die Ukraine, dann das Baltikum? Großbritanniens Verteidigungsminister Fallon warnt vor weiteren Aggressionen Russlands: Kreml-Chef Putin könnte versuchen, nun auch die Nato-Staaten Estland, Lettland und Litauen zu destabilisieren.

Verteidigungsminister Fallon: Sorge um das Baltikum
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Verteidigungsminister Fallon: Sorge um das Baltikum


London - Großbritanniens Verteidigungsminister Michael Fallon hat davor gewarnt, die baltischen Staaten könnten ähnlich wie die Ukraine Ziel von Destabilisierungsversuchen von Russlands Präsident Wladimir Putinwerden. Es bestehe eine "reale und aktuelle Gefahr", dass der Kreml-Chef wie in der Ukraine jetzt auch in den drei Staaten Lettland, Estland und Litauen die Entschlossenheit der Nato testen wolle - durch Propaganda, Cyberattacken und Desinformationskampagnen.

Die Allianz müsse deshalb bereit, eine solche Aggression Russlands "in welcher Form auch immer" abzuwehren, wird Fallon in mehreren britischen Medien zitiert. Der ehemalige Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hatte kürzlich in einem Interview mit dem "Telegraph" ebenfalls vor einem hybriden Angriff Russlands in den baltischen Staaten gewarnt. Damit könne der russische Präsident Wladimir Putin versuchen, die Beistandsgarantie der Nato zu testen.

Lettland, Estland und Litauen grenzen direkt an Russland. Bis zum Fall des Eisernen Vorhangs standen sie ein halbes Jahrhundert lang unter sowjetischer Besatzung. Nun fürchten die drei baltischen Staaten weitere territoriale Ansprüche Moskaus - zumal die drei Länder regelmäßig russische Militäraktivitäten unmittelbar an ihren Luft- und Seegrenzen beobachten.

Der lettische Verteidigungsminister Raimonds Vejonis hatte in der vergangenen Woche erklärt, Lettland und Estland seien auf einen möglichen "hybriden Krieg" mit Russland vorbereitet: "Unsere internen Einsatzpläne beinhalten ein derartiges Szenario."

Cameron fordert harte Haltung der EU

Großbritanniens Premier David Cameron hatte am Mittwoch von seinen europäischen Partnern eine harte Haltung gegenüber Russland im Ukraine-Konflikt fordert. Europa müsse Moskau deutlich machen, dass es für viele Jahre wirtschaftliche und finanzielle Konsequenzen zu befürchten habe, wenn es nicht aufhöre, die Ukraine zu destabilisieren, sagte Cameron am Mittwoch. Die in der vergangenen Woche erklärte Waffenruhe dürfe nicht zum Anlass genommen werden, um Sanktionen zu lockern.

"Natürlich gibt es den Drang für jedes Land in Europa, mit dem Handel so weiter zu machen, wie man es vorher gemacht hat und die Verantwortung für das, was in der Ukraine passiert, anderen zu überlassen und sich abzuwenden", sagte Cameron. "Ich fürchte, das wäre ein furchtbarer Fehler", sagte er.

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deglaboy 19.02.2015
1. Putin ist ermutigt...
er hat keinen Grund zu stoppen.
lenitti 19.02.2015
2. Stimmt
Das mag ich an den Briten. Sie nennen das Kind beim Namen. Während Mutti diesbezüglich eine große Ähnlichkeit zu dem FDPler Lindner aufweist: Viel reden aber nichts sagen.
BillyDerKitt 19.02.2015
3. Cameron fordert.
Bis jetzt hat sich der Herr Cameron zum Thema Ukraine mucksmäuschenstill verhalten. Man fragt sich warum. Zwischendurch fordert er jetzt also eine "harte Haltung" der EU. Ist er der Joker der USA, der sich noch im Hintergrund zu halten hat bis Merkels Minsk2 gescheitert ist? Läuft man sich mit Aussagen zu Putin/Baltikum schon mal warm? Das schlimme ist, dass man den Medien in ganzer Breite eher weniger als mehr vertrauen kann. So muss man sich vieles selbst zusammenreimen.
woistmeinspiegel 19.02.2015
4. der britische Minister irrt!
Putin will weder das Baltikum noch die marode Ukraine. Was Putin wirklich will, weiß ich natürlich nicht. Aber ich vermute es ging ihm um den Landweg in der Ostukraine. Soll er denn die Leute dort nicht unterstützen, wenn es Kiew nicht macht? Woher kommen in der Ostukraine Lebensmittel und Energie? Kiew zahlt zudem keine Renten in der Ostukraine aus. Die Leute dort wären ohne Putin verloren.
islam_goethe 19.02.2015
5. Depends ...
Hängt davon ab, wie die baltischen Staaten ihre signifikanten russischen Bevölkerungsanteile behandeln. Auf jeden Fall wird ihre Entrechtung oder Entmündigung -so wie bisher in der Ukraine betrieben- von Moskau nicht hingenommen werden !
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