Ostukraine-Gipfel Putin reist zu Treffen mit Merkel nach Weißrussland

Russlands Präsident Wladimir Putin wird nach Minsk reisen. Das bestätigte der Kreml. Dort soll ein Ukraine-Treffen mit Bundeskanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Hollande stattfinden.

Russlands Präsident Putin: Will an Gipfel-Treffen teilnehmen
AFP/ RIA Novosti

Russlands Präsident Putin: Will an Gipfel-Treffen teilnehmen


Moskau - Lange blieb unklar, ob das Gipfel-Treffen zur Ukraine-Krise am heutigen Mittwoch stattfinden würde. Nun hat der Kreml in Moskau bestätigt: Präsident Wladimir Putin reist nach Minsk. Außenminister Sergej Lawrow sagte, es gebe "erkennbare Fortschritte" bei der Vorbereitung für die Verhandlungen. Dennoch gebe es noch offene Fragen, etwa darüber, wer die Kontrolle an den Grenzen habe.

Merkel und Hollande vereinbarten nach Angaben aus dem französischen Präsidialamt bereits bei einem kurzen Telefongespräch am Morgen, am Nachmittag nach Minsk zu fahren. Die Kanzlerin und der Präsident wollen demnach "alles bis zum Ende versuchen", um eine politische Lösung für den Konflikt in der Ukraine zu finden. Auch Regierungssprecher Steffen Seibert bestätigte Merkels Teilnahme.

An den Verhandlungen soll auch der ukrainische Staatschef Petro Poroschenko teilnehmen. "Ich fahre nach Minsk, damit das Feuer unverzüglich und bedingungslos eingestellt und ein politischer Dialog eingeleitet wird", hatte er zuvor in Kiew gesagt.

Die Staats- und Regierungschefs von Rußland, Frankreich, Deutschland und der Ukraine wollen über Auswege aus der Krise beraten. Die Prognosen klingen pessimistisch: Es wäre schon ein Erfolg, wenn es gelänge, einen Waffenstillstand in der Ost-Ukraine zu vereinbaren. Und wenn dieser auch hielte. (Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Konferenz erhalten Sie hier.)

Bisher bleibt die Lage im Osten des Landes unruhig: Am Mittwochvormittag starb laut Augenzeugen in Donezk ein Mensch durch einen Granatenbeschuss auf eine Bushaltestelle. In Debalzewe seien 19 Soldaten bei Angriffen von Rebellen 19 Soldaten getötet worden seien, meldet das ukrainische Militär.

vek/Reuters/AFP

insgesamt 24 Beiträge
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darthmax 11.02.2015
1. politischer Dialog
ist ja gut, aber mit wem ? Mit den Separatisten, die in seinen Augen Terroristen sind lehnt er das Gespräch ab. Er war bislang doch an jeder Regierung beteiligt, diese Beteiligung hat leider nichts zum Wohlstand der Ukraine ( ausser seinem eigenen ) beigetragen. Ob er überhaupt auf die Privatarmeen Einfluss hat und die seinem Befehl dann gehorchen, darf bezweifelt werden. Hat beim letzten mal ja auch nicht geklappt. Die haben Ihre Waffen nicht abgegeben.
nofreemen 11.02.2015
2. einem jeden seine Last
Hollande nicht ausgelastet; Merkel überlastet, Putin unbelastet und Pyroshenko schwer belastet. Die Show die in Minsk abgezogen wird hat für alle nur eines gemein: hilflos, machtlos, führungslos.
olivervöl 11.02.2015
3. Kiew verliert gerade
Soldaten desertieren, das Land ist pleite und militärisch haben sie verloren: Das könnte die Kriegstreiber in Kiew tatsächlich besänftigen. Einen Frieden wird es aber nur geben, wenn garantiert wird, dass die Zentralregierung eine Waffenpause nicht wieder zur Vorbereitung einer neuen Offensive nutzt, wie beim letzten Abkommen von Minsk.
WeißteBescheid 11.02.2015
4. hoffentlich bald Frieden
Ein Waffenstillstand wäre schon ein grosser Erfolg dieses Treffens, welchen insbesondere die Zivil-Bevölkerung in den umkämpften Gebieten begrüssen würde. Mehr ist leider nicht zu erwarten, zumal eine der beteiligten Parteien noch nicht einmal daran teilnimmt (Sepas). Allerdings werden die Sepas sich mit Sicherheit nicht an die Linien zurückziehen, welche sie vor Monaten inne hatten. Und was ist mit den sog. Freiwilligenbatallionen, die eine grosse Züricher Zeitung heute offiziell als "Nazi-Batallione" bezeichnete (Asow) ? Durch wen werden diese vertreten in Minsk ? Oder unterstehen diese offiziell dem ukrainischen Verteidigungsministerium, was einen grossen Skandal darstellen würde ?
Luna-lucia 11.02.2015
5. Petro Poroschenko
ist für uns die eigentliche "Lunte". Der wird, wie der Rest dieser Ukrainischen Oligarchien, immer wieder von neuem, einen Streit vom Zaun brechen. Das einzig richtige währe, > Hände weg von diesem Land! Die dortigen Parteien sollen erstmal selber einig werden, wer nun was, wo und wie möchte. Jetzt scheint es uns so, dass die Russlandfreundlichen Separatisten, ihre jetzigen Positionen weiter in Richtung einer "Vereinigung" mit der Krim, vorantreiben wollen. Schon deshalb wird es keine echten, festen Zusagen geben. Nur, ob alle Bewohner dieser Gebiete das so möchten? Unabhängige Wahlen dazu, werden dort eher nicht stattfinden.
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