Ukraine-Krise Separatisten verhängen Kriegsrecht über Donezk
Prorussische Milizen haben das Kriegsrecht über Teile Donezks verhängt. Bundeskanzlerin Merkel warf Russland vor, nicht genug zur Lösung der Krise beizutragen.
Ein prorussischer Separatist vor Donezk: Offensive gegen Regierungstruppen
Foto: Str/ dpaDonezk - Die prorussischen Separatisten in der Ostukraine haben in einigen Gebieten der Großstadt Donezk das Kriegsrecht verhängt. Damit reagierten sie offenbar auf die härter werdenden Gefechte.
Wegen der wachsenden Gefahr für die Bevölkerung sei der Schritt notwendig, sagte ein Sprecher der nicht anerkannten "Volksrepublik" Donezk. In besonders umkämpften Stadtbezirken gilt zudem eine Ausgangssperre von 23 Uhr bis 6 Uhr. Donezk ist eine Hochburg der Milizen, das Militär des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko versucht die Kämpfer zurückzudrängen.
Die Separatisten berichteten, sie hätten eine Offensive gegen die Regierungstruppen gestartet. In der Konfliktregion würden besonders Stellungen von Soldaten nahe der Grenze zu Russland unter Beschuss genommen, hieß es.
Merkel: "Russischer Beitrag ist nicht ausreichend"
Die ukrainische Nationalgarde sowie der nationale Sicherheitsrat bestätigten die Angriffe nahe der bewohnten Ortschaften Marinowka und Tarany in der Bergarbeiterregion um Donezk.
Meldungen der Nachrichtenagentur AP zufolge könnten die Separatisten inzwischen sogar die Oberhand über die betroffenen Orte gewonnen haben. Ein Sprecher der Milizen teilte demnach mit, bei den Kämpfen habe es einen Toten und Dutzende Verletzte gegeben.
Ukrainische Sicherheitskräfte hatten zuvor auf ihrer "Anti-Terror-Mission" gegen prorussische Separatisten im Laufe des Monats große Teile der Ostukraine zurückgewonnen.
Zuvor war bekannt geworden, dass die Europäische Union deutlich verschärfte Sanktionen gegen Russland plant. Ihre Unzufriedenheit an der Politik von Präsident Wladimir Putin brachte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch vor dem EU-Gipfel zum Ausdruck: "Wir glauben, dass der russische Beitrag zu einem Frieden in der Ukraine noch nicht ausreichend ist."
Seit dem vorherigen Treffen der Staats- und Regierungschefs Ende Juni sei "leider nicht viel passiert, was die Umsetzung unserer Erwartungen anbelangt." Es seien keine Geiseln freigelassen worden, die Grenze zwischen Russland und der Ukraine sei nicht gesichert worden und die Kontaktgruppe arbeite immer noch nicht, sagte Merkel.
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