Vormarsch der Armee Tote in der Ostukraine - Putin droht mit Konsequenzen

Die ukrainischen Streitkräfte rücken gegen die Separatisten in Slowjansk vor. Reporter berichten von Schüssen, offenbar kamen mehrere Menschen ums Leben. Russlands Präsident Putin richtet eine scharfe Warnung an die Regierung in Kiew.
Vormarsch der Armee: Tote in der Ostukraine - Putin droht mit Konsequenzen

Vormarsch der Armee: Tote in der Ostukraine - Putin droht mit Konsequenzen

Foto: GLEB GARANICH/ REUTERS

Slowjansk - Bei einer Schießerei nahe der ostukrainischen Stadt Slowjansk ist offenbar mindestens ein Aktivist getötet und ein weiterer schwer verletzt worden. Das berichten prorussische Separatisten der Agentur Interfax. Nach Angaben der Regierung in Kiew wurden "bis zu fünf" prorussische Kämpfer getötet. Zuvor hatte die Armee einen "Anti-Terror"-Einsatz gestartet, um die Stadt unter ihre Kontrolle zu bringen.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat direkt auf die neue Situation in der Ostukraine reagiert: Das Vorgehen der ukrainischen Truppen bezeichnete er als "sehr ernstes Verbrechen" gegen das eigene Volk. Er drohte mit Konsequenzen.

Der russische Außenminister Lawrow betonte erneut, erste Schritte, um die Krise zu lösen, müssten von Kiew kommen. Die USA müssten ihren Einfluss geltend machen, damit die ukrainische Regierung die Friedensvereinbarungen umsetze.

Kontrolle über Posten übernommen

Die Gefechte spielen sich bislang außerhalb von Slowjansk ab. Kiews Militär versucht offenbar, die Stadt einzukreisen. Die Lage in der Stadt selbst bezeichnete ein BBC-Reporter vor Ort als ruhig, pro-russische Kräfte patrouillierten weiter auf den Straßen.

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Ostukraine: Manöver an der Ukraine-Grenze angekündigt

Foto: AP/ RIA-Novosti

Zum Geschehen an der Straßenbarrikade sagte einer der Aktivisten, er habe sieben Panzerfahrzeuge auf der anderen Seite gesichtet. Die Aktivisten zogen sich demnach in Verteidigungsstellung zurück. Über dem Gebiet kreiste ein Hubschrauber.

Ein AFP-Reporter berichtete von Schüssen sowie einer brennenden Straßensperre an einer Zufahrt zu Slowjansk. Bewaffnete hätten am Morgen auf einen Kontrollposten gefeuert, zitiert die Agentur Interfax Miroslaw Rudenko, den selbsternannten Chef der "Volksmiliz". Auch an anderen Zugängen zu der Stadt im Norden des Gebiets Donezk gebe es Schusswechsel, sagte Rudenko. Das Mobilfunknetz sei zusammengebrochen.

Wie Journalisten der Nachrichtenagentur Reuters berichten, haben die ukrainischen Truppen bereits mit fünf leicht bewaffneten Fahrzeugen die Kontrolle über einen Checkpoint im Norden von Slowjansk übernommen. Die Separatisten hätten daraufhin versucht, ihre Stellung zu verteidigen. Innerhalb einer halben Stunde habe das Militär jedoch die Kontrolle übernommen. Laut Reuters seien dabei keine Schüsse gefallen.

Slowjansk befand sich wie rund zehn andere ostukrainische Städte zuletzt tagelang in den Händen von prorussischen Gruppen. In der Stadt sollen etwa 2000 Bewaffnete bereitstehen. Am Dienstag wurde über der Stadt bereits ein ukrainisches Militärflugzeug beschossen. Das Aufklärungsflugzeug musste notlanden, Verletzte gab es offenbar nicht.

Anteile der Bevölkerung, deren Muttersprache Ukrainisch oder Russisch ist

Anteile der Bevölkerung, deren Muttersprache Ukrainisch oder Russisch ist

Foto: SPIEGEL ONLINE
vek/dpa/AFP/Reuters
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