Ukraine-Krise Russland versorgt Separatisten offenbar weiter mit Waffen 

Die USA berichten von Truppen- und Panzerbewegungen der Russen an der Grenze zur Ostukraine. Es seien bereits Waffen an die Separatisten übergeben worden - weitere würden gesammelt. Der Westen droht Putin mit weiteren Sanktionen.

Militärbasis in der Donezk-Region: Präsident Poroschenko (links) studiert Karten
AP

Militärbasis in der Donezk-Region: Präsident Poroschenko (links) studiert Karten


Trotz aller Beteuerungen, dass man den Konflikt beenden will, trotz der Verhandlungen am Telefon zwischen Wladimir Putin und Petro Poroschenko: Russland und hat die Separatisten jenseits der russischen Grenze weiter unterstützt - so lautet der Vorwurf der US-Regierung. "Wir sind sicher, dass Russland in der vergangenen Woche Panzer und Raketenwerfer in die Ostukraine geschickt hat", so ein hochrangiger US-Regierungsbeamter am Freitag.

Außerdem ziehe Russland weiter Panzer und Artillerie an der ukrainischen Grenze zusammen, die den Separatisten zur Verfügung gestellt werden könnten.

"Wir haben die Information, dass zusätzliche Panzer zur Abfahrt bereit gemacht wurden", sagte Jen Psaki, Sprecherin des US-Außenministeriums. "Und wir haben außerdem die Information, dass Russland Artillerie im Südwesten Russlands versammelt hat. Darunter Waffen, die von den ukrainischen Kräften genutzt werden, aber nicht mehr im aktiven Bestand Russlands ist. Wir glauben, dass Russland diese bald an die Separatisten übergeben wird", hieß es weiter.

In der US-Regierung geht man davon aus, dass damit vorgetäuscht werden soll, die Separatisten hätten diese Waffensysteme von der ukrainische Armee erbeutet.

Russische Truppen so nah wie bei Krim-Invasion

Am Donnerstag hatte die Nato berichtet, dass sich derzeit mindestens einige tausend russische Kräfte mehr als zuvor an der Grenze aufhalten sollen. Auch der hochrangige US-Regierungsbeamte hatte am Freitag gesagt, dass Russland eine "beträchtliche Menge" militärischer Kräfte an die gemeinsame Grenze mit der Ukraine verlegt habe. Einige sollen nur noch wenige Kilometer davon entfernt sein, so nah wie seit der Krim-Invasion nicht. "Weitere Kräfte sollen nach unseren Erkenntnissen in den kommenden Wochen ankommen."

US-Präsident Barack Obama und Frankreichs Staatschef François Hollande haben aufgrund der neuesten Entwicklungen Russland mit weiteren Sanktionen gedroht. In einem Telefonat forderten die beiden Politiker ihren russischen Kollegen Wladimir Putin auf, die bewaffneten Separatisten in der Ostukraine "so schnell wie möglich" zum Rückzug zu bewegen, wie die französische Präsidentschaft am Freitag mitteilte. Sollten Fortschritte bei der Deeskalation ausbleiben, würden "neue Maßnahmen gegen Russland ergriffen".

Moskau bezeichnet Waffenstillstand als "Ultimatum"

Der neue ukrainische Präsident Petro Poroschenko hatte zuvor eine einseitige Waffenruhe für den Osten des Landes ausgerufen. Diese ist Teil eines 15-Punkte-Plans, der laut dem Präsidentenbüro auch eine "Dezentralisierung der Macht" im Land und die Verabschiedung eines Verfassungszusatzes zum Schutz der russischen Sprache vorsieht.

Ein Kreml-Sprecher äußerte sich am Freitag kritisch zu dem Plan Poroschenkos. "Eine erste Analyse ergibt leider, dass es keine Einladung zu Frieden und Verhandlungen ist, sondern ein Ultimatum an die Milizen im Südosten der Ukraine, ihre Waffen niederzulegen", sagte der Sprecher. Auch ein Separatistenführer wies das Angebot umgehend zurück.

mia/Reuters/AP

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joG 20.06.2014
1. So,so. Wir drohen mit neuen Sanktionen.....
.....nachdem Putin im Meer um die Krim für eine Billion Energiereserven sich genommen hat? Ich fürchte wir spielen hier in einer höheren Liga.
hobbyleser 20.06.2014
2. Und das ist ein Fakt!
Zitat von sysopAPDie USA berichten von Truppen- und Panzerbewegungen der Russen an der Grenze zur Ostukraine. Es seien bereits Waffen an die Separatisten übergeben worden - weitere würden gesammelt. Der Westen droht Putin mit weiteren Sanktionen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-krise-usa-und-frankreich-drohen-russland-mit-sanktionen-a-976543.html
Wenn das die USA berichten, dann ist das ein Fakt! Das ist so Fakt wie die Massenvernichtungswaffen im Irak. Also da wir das jetzt schwarz auf weiß haben und Rasmussen, der Schlaue von der NATO, einwandfrei rausgefunden hat, dass alle Fracking-Gegner von Putin ferngesteuert werden, wir also längst von Feinden unterwandert sind, wann wird endlich zurückgeschossen?
danielkrautk 20.06.2014
3. Wo sind diese Beweise?
Ich kann mir natürlich vorstellen,dass die Russen die Separatisten unterstützen, genauso wie die Amerikaner den Maidan und jetzige Regierung unterstützen, dennoch glaube ich unseren US-Freunden kein Wort mehr. Der Interessenkonflikt ist meiner Meinung nach zu hoch. USA wollen Russland schwächen, USA wollen Europa von Russland "abspalten", USA wollen uns ihr Fracking Gas andrehen, USA wollen einen weitern Satelitenstaat an Russlands Grenze, USA wollen die NATO Osterweiterung, die USA haben bereits viel behauptet in diesem Konflikt, am Ende des Tages war nichts davon haltbar.
smolnyj39 20.06.2014
4. Diese Psaki
hat auch mal behauptet, dass der Gas von Westen nach Ostern fließt. Weitere Behauptung von ihr, falls Weißrussland sich in Konflikt einmischt, wird die 6 Flotte von USA an der Küste von Weißrussland Anker anlegen. Die Frau hat genau so ein hohen IQ wie Klitschko, der kann auch schließlich mit den Toten reden.
ausländer2013 20.06.2014
5. wieder Einseitig!!!!
und die Amis wissen wieder alles besser, aber warum auch nicht das war doch der Plan, aber nein der Plan war anders oder doch ein Krieg in Europa, EU schwach, Russland schwach das ist der Plan. Pfui spon
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