Tote in Donezk Ukraine-Krisentreffen offenbar geplatzt

Bei Angriffen auf das Zentrum von Donezk sind mehrere Menschen ums Leben gekommen. Laut den Separatisten sind die geplanten Krisengespräche mit Vertretern Kiews geplatzt.

Zerstörung in Donezk (Foto vom Donnerstag): Mehrere Tote bei Beschuss
REUTERS

Zerstörung in Donezk (Foto vom Donnerstag): Mehrere Tote bei Beschuss


Donezk/Minsk - Das geplante Krisentreffen der Ukraine-Kontaktgruppe kommt nach Informationen der prorussischen Separatisten aus dem Donbass wieder nicht zustande. Die Vertreter aus Kiew hätten eine Teilnahme an den Verhandlungen in Minsk abgesagt, sagte der Separatistenanführer Denis Puschilin der Agentur Interfax.

Die Vertreter aus den nicht anerkannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk kündigten ihre Abreise aus der weißrussischen Hauptstadt Minsk an. Zuletzt waren wiederholt Pläne für ein Treffen der Kontaktgruppe gescheitert.

In Minsk war ein Gespräch der Separatisten mit Vertretern der ukrainischen Regierung unter Vermittlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) geplant. Auch Russland ist in dieser Kontaktgruppe vertreten.

In der Ostukraine gab es am Freitag wieder heftige Gefechte. Die prorussischen Separatisten berichteten von massivem Feuer seitens der ukrainischen Regierungstruppen. Im Donezker Stadtteil Opytnoje seien mindestens zwölf Menschen getötet worden, teilten die Aufständischen der Agentur Interfax zufolge mit. Nach ihren Angaben wurde ein Kulturzentrum getroffen. Fünf Menschen seien zudem beim Beschuss eines Oberleitungsbusses in Donezk getötet worden.

Die Gesamtzahl der Opfer bei diesen schwersten Gefechten seit Tagen ist unklar. Der Sprecher des ukrainischen Generalstabes, Wladislaw Selesnjow, sagte in Kiew, dass innerhalb von 24 Stunden fünf Soldaten getötet und mehr als 20 weitere verletzt worden seien.

fab/dpa/Reuters



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