Kämpfe in der Ukraine Menschenrechtler sprechen von 100 getöteten russischen Kämpfern

Dass russische Soldaten in der Ostukraine kämpfen, gilt als erwiesen. Jetzt berichten Mitglieder des von Putin eingesetzten Menschenrechtsrats, dass viele beim Beschuss eines Munitionskonvois gestorben und verletzt worden seien.
Pro-russische Rebellen mit Gewehren in Donezk: Bericht von hundert gefallenen russischen Soldaten in der Ostukraine

Pro-russische Rebellen mit Gewehren in Donezk: Bericht von hundert gefallenen russischen Soldaten in der Ostukraine

Foto: Mstislav Chernov/ AP/dpa

Moskau/Kiew - Mehr als hundert Soldaten aus Russland sind vor etwa zwei Wochen bei einer Schlacht im Osten der Ukraine getötet worden. Zu diesem Schluss kommen zwei Mitglieder des von Präsident Putin eingesetzten Menschenrechtsrats. Sie berufen sich auf Aussagen von Zeugen und Verwandte von Opfern, wie die Nachrichtenagentur Reuters mitteilte.

Nach Angaben von Ella Poljakowa und Sergej Kriwenko seien die Soldaten am 13. August in der Provinz Donezk ums Leben gekommen: Ein mit Munition beladener Konvoi sei mit Raketen beschossen worden. Neben den Toten habe es 300 Verletzte gegeben, sagten sie.

Die Regierung in Moskau hat bislang jede Beteiligung im Ukraine-Konflikt bestritten - und auch die Berichte über die gefallenen eigenen Soldaten zurückgewiesen. Ein Vertreter des russischen Verteidigungsministerium sagte der Nachrichtenagentur Interfax, die Inhalte hätten "keinen Bezug zur Realität". Doch auch in russischen Medien gibt es - durch Aussagen von Angehörigen der Soldaten - Hinweise darauf, dass Moskau auf ukrainischem Territorium in den Konflikt selbst eingegriffen hat.

Am Donnerstag hatte der ukrainische Außenminister Pawlo Klimkin den Vorwurf erhoben, Russland würde mit Fallschirmspringern und weiteren Soldaten in das Land eindringen und die Ukraine und "die ganze Welt" in einen Krieg hineinziehen. Auch die Nato sprach davon, dass tausende russische Soldaten die Grenze zur Ukraine überschritten hätten. Bereits am Mittwoch mehrten sich teilweise widersprüchliche Hinweise, dass bewaffnete Soldaten, Panzer und gepanzerte Fahrzeuge von Russland in die Ukraine gelangt waren.

Ob die EU ihre Wirtschaftssanktionen gegen Russland ausweiten wird, wollen die Mitgliedsstaaten auf einem Sondergipfel am Samstag in Brüssel beraten.

daf/Reuters
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