Konflikt mit Russland Ukrainisches Militär meldet vier Todesopfer bei Gefechten

Bei Kämpfen mit prorussischen Rebellen sind vier Soldaten getötet worden. Das meldet das ukrainische Militär. Trotz Waffenruhe kommt es immer wieder zu Gefechten, für OSZE-Beobachter eine gefährliche Situation.

Ukrainischer Soldat in der Donezk-Region: Waffenpause wird nicht eingehalten
AFP

Ukrainischer Soldat in der Donezk-Region: Waffenpause wird nicht eingehalten


In der Ukraine gilt eine Feuerpause, eingehalten wird sie jedoch nicht: Bei Kämpfen im Osten des Landes seien vier Soldaten getötet und 14 verletzt worden, sagte Militärsprecher Alexander Motusjanyk.

Der Waffenstillstand gilt seit Februar für die Ostukraine, wo Rebellen die Kontrolle übernommen haben. In den vergangenen zwei Wochen wurden aber wieder verstärkt Gefechte gemeldet. Für die Mitarbeiter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) ist das eine komplizierte Situation. Die Beobachter in dem Land hatten am Mittwoch gemeldet, sie würden bei der Kontrolle massiv behindert. Sowohl Regierungstruppen als auch Rebellen verhinderten, dass die OSZE-Beobachter Zugang zu bestimmten Gebieten erhielten.

Am kommenden Montag wollen Frankreichs Präsident François Hollande, Bundeskanzlerin Angela Merkel und der ukrainische Präsident Petro Poroschenko in Berlin über die Eskalation in der Ostukraine beraten. Die Nato hatte die Rebellen mit deutlichen Worten vor einem weiteren Vormarsch gewarnt.

"Jeder Versuch der von Russland unterstützten Separatisten, zusätzliches ukrainisches Gebiet einzunehmen, wäre für die internationale Gemeinschaft nicht hinnehmbar", teilte eine Sprecherin am Mittwochabend mit. Die Lage werde nach der jüngsten Eskalation der Gewalt als sehr besorgniserregend eingestuft.

Auch der Kreml vermutet eine baldige Offensive des Gegners: Russlands Außenminister Sergej Lawrow sagte am Montag, man erkenne auf ukrainischer Seite Truppenbewegungen, die "einen Militärschlag vorbereiten" könnten.

"Es sieht aus wie im vergangenen August, als die ukrainischen Soldaten den Befehl zum Angriff bekommen haben", so Lawrow weiter. Aus Kiew wurden die neuen Vorwürfe nicht kommentiert. Beide Seiten beschuldigen sich jedoch seit der Einführung der Waffenruhe gegenseitig, mit Angriffen gegen die Abmachung zu verstoßen.

vek/Reuters/dpa



insgesamt 4 Beiträge
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jura12 20.08.2015
1. Witzbold
Lawrow entwickelt sich immer mehr zum Witzbold. Er scheint zu glauben, dass nach einem Jahr sich niemand mehr an den massiven russischen Einmarsch in die Ukraine im August 2014 und das Gemetzel in Ilowaisk erinnert. Russland führt seit eineinhalb Jahren Krieg gegen ein friedliches Nachbarland. Die russische Propaganda und die erneute Eskalation der Kämpfe lassen eigentlich nur den Schluss zu, dass Russland seine Truppen in der Ukraine wieder verstärkt und weitere Gebiete erobern will.
jowitt 20.08.2015
2. Unverständlich
Ich verstehe nicht, warum hier nicht endlich auch von Seiten Russlands Druck gemacht wird, dasss da Ruhe ist und die OSZE auch in den Separatistengebieten ihrer Arbeit ohne Angst nachgehen können. Sicher sind einige Kommandeure der ukrainischen Seite auch dabei, immer wieder zu zündeln, aber offensichtlich läuft doch bei den separatistischen Warlords alles aus dem Ruder. Teilweise bekämpfen die sich ja sogar gegenseitig. Die noch verbliebene Bevölkerung hat hier das Nachsehen.
1besserwisser1 20.08.2015
3.
Interessant wäre die Zahl toter Seperatisten und nicht nur die der Ukraine.
kampfgnom555 20.08.2015
4. #2 jowitt
Weil Russland kein Interesse an einer Stabilisierung hat. Eine stabile Ukraine würde sich weiter dem Westen zuwenden und das ist halt nicht in Russlands Sinne. Mehr möchte ich nicht schreiben um noch ein bisschen Platz zu lassen für unsere Freunde aus Sankt Petersburg :-)
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