Aufstand in Donezk und Charkow Nato-Chef warnt Russland vor Einmarsch in Ostukraine

Die Nato reagiert mit drastischen Vorschlägen auf die Ukraine-Krise: Europa soll aufrüsten, die Armeen ihre Einsatzbereitschaft verbessern. Die Lage im Osten des Landes ist laut Generalsekretär Rasmussen besorgniserregend, Russland müsse sich zurückziehen.
Generalsekretär Rasmussen: "Russische Intervention in der Ukraine wäre historischer Fehler"

Generalsekretär Rasmussen: "Russische Intervention in der Ukraine wäre historischer Fehler"

Foto: THIERRY CHARLIER/ AFP

Paris/Charkow - Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat Russland vor einem Einmarsch in die Ostukraine gewarnt. "Die Ereignisse in der östlichen Ukraine geben Anlass zu größter Besorgnis", sagte er am Dienstag bei einer Veranstaltung in Paris. "Ich fordere Russland auf, sich zurückzuhalten", fügte Rasmussen hinzu.

"Jede weitere Bewegung in die Ostukraine hinein wäre eine ernste Verschärfung der Lage statt jener Entschärfung, die wir uns alle wünschen", sagte der Nato-Chef. "Sollte Russland weiter intervenieren, wäre das ein historischer Fehler. Das hätte gravierende Konsequenzen für unsere Beziehungen zu Russland und würde Moskau international weiter isolieren."

Rasmussen forderte den Abzug der im Grenzgebiet zur Ukraine stationierten russischen Truppen. Nach Angaben der Nato-Militärs stehen dort 35.000 bis 40.000 russische Soldaten bereit.

"Europa hat zu lange abgerüstet"

Als Gegenmaßnahme zum russischen Vorgehen müsse die Nato ihre Reaktionsfähigkeit verbessern, sagte Rasmussen weiter. Unter anderem müsse auch die bisher noch nie eingesetzte Schnelle Eingreiftruppe (Nato Response Force/NRF) in einen Zustand hoher Einsatzbereitschaft versetzt werden.

Rasmussen forderte zudem die Regierungen auf, mehr Geld für die Verteidigung auszugeben. "Die Europäer haben zu viel und zu lange abgerüstet", sagte er. "Dies ist der Moment, um die Kürzungen zu stoppen und den bisherigen Trend wieder umzudrehen."

Das russische Außenministerium ermahnte seinerseits die Übergangsregierung in Kiew, die Lage nicht weiter eskalieren zu lassen. "Wir rufen dazu auf, umgehend alle militärischen Vorbereitungen einzustellen, die zum Ausbruch eines Bürgerkriegs führen könnten", erklärte das Ministerium. Vorwürfe der USA, die Proteste im Osten der Ukraine würden von Moskau gesteuert, wies das Außenamt zurück.

Muttersprachen in der Ukraine

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Foto: SPIEGEL ONLINE
syd/dpa/AFP
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