Grenze zur Ukraine Nato wirft Russland massive Aufrüstung vor

"Panzer, Artillerie und auch moderne Luftabwehrsysteme" - die Nato beobachtet eine massive Aufrüstung an der Grenze zur Ukraine. "Wir sehen, dass Russland die Ukraine weiter destabilisiert", sagte Generalsekretär Stoltenberg.
Nato-Generalsekretär Stoltenberg: "Wir sprechen von Truppen, wir sprechen über Ausrüstung"

Nato-Generalsekretär Stoltenberg: "Wir sprechen von Truppen, wir sprechen über Ausrüstung"

Foto: EMMANUEL DUNAND/ AFP

Brüssel - Aufrüstung statt Feuerpause: Die Nato hat Russland vorgeworfen, seine Truppenpräsenz im Ukraine-Konflikt massiv auszubauen. "Wir sprechen von Truppen, wir sprechen über Ausrüstung, und wir sprechen über Artillerie und sehr moderne Flugabwehrsysteme", sagte Generalsekretär Jens Stoltenberg am Rande eines Treffens mit EU-Verteidigungsministern in Brüssel.

Es handele sich um einen ernst zu nehmenden Aufmarsch an der russischen Seite der Grenze zur Ukraine. Stoltenberg nannte Fotos, aber auch "unabhängige Journalisten" vor Ort und Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) als Quellen für seine Angaben.

Der Nato-Generalsekretär warf dem Kreml erneut vor, mit Streitkräften auch direkt in der Ostukraine zu operieren: "Wir sehen, dass Russland die Ukraine weiter destabilisiert." Zu Lösungsmöglichkeiten für den Konflikt sagte Stoltenberg: "Die Krise ist durch Handlungen Russlands verursacht worden. Russland hat die Wahl - es kann zu einer friedlichen Lösung auf dem Verhandlungsweg beitragen oder es kann weiter den Weg der Isolation gehen."

Die Verpflichtungen aus dem Minsker Abkommen vom September müssten eingehalten werden, so Stoltenberg. Sowohl die EU als auch die Nato würden sich weiter für eine friedliche Lösung des Konflikts einsetzen.

Die ukrainische Regierung und die prorussischen Separatisten hatten Anfang September in der weißrussischen Hauptstadt einen Waffenstillstand vereinbart. Hauptbestandteil des Abkommens ist die Bildung einer 30 Kilometer langen Pufferzone zwischen den Konfliktparteien.

vek/dpa/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.