Ukraine-Konflikt Poroschenko kündigt einseitigen Waffenstillstand an

"Die Ukraine braucht dringend Frieden", sagt Präsident Poroschenko - und stellt im Kampf gegen die Separatisten eine Feuerpause in Aussicht. Als Einlenken ist die Geste aber nicht zu verstehen: Die Aufständischen sollen sich stellen.

Staatschef Poroschenko: "Wir werden siegen"
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Staatschef Poroschenko: "Wir werden siegen"


Kiew - Petro Poroschenko nennt es Waffenstillstand, seine Gegner empfinden es wohl eher als Aufforderung sich zu ergeben: In einem Appell an die prorussischen Separatisten hat der ukrainische Präsident vorgeschlagen, die Waffen einseitig ruhen zu lassen - aber nur für eine "kurze Frist".

Die Aufständischen sollten die Zeit nutzen, um ihre Waffen abzugeben. Wer sich nichts habe zuschulden kommen lassen, könne auf eine Amnestie hoffen, sagte Poroschenko am Mittwoch in Kiew. Wann die Feuerpause beginnen soll, sagte er nicht. Die Lage in der krisengeschüttelten Ostukraine müsse sich schnell stabilisieren, betonte er. Verteidigungsminister Michail Kowal sagte, die Armee könnte das Feuer "in den nächsten Tagen" einstellen.

Die frühere Sowjetrepublik befinde sich "im Kriegszustand", sagte Poroschenko. "Es ist ein Krieg neuen Typs - unter Ausnutzung professioneller Sabotagetrupps sowie der Bevölkerung und von Freiwilligen, die mit Propaganda einer Gehirnwäsche unterzogen wurden." Nach monatelangen blutigen Kämpfen mit Hunderten Toten brauche die Ukraine dringend Frieden. "Aber das darf kein Frieden um jeden Preis sein, sondern ein stabiler Frieden zum Schutz unserer Bürger", so der ukrainische Staatschef. "Wir werden siegen."

Poroschenko hatte in der Nacht zuvor mit Kanzlerin Angela Merkel und Kreml-Chef Wladimir Putin telefoniert. Russland hatte zuletzt immer wieder ein Ende des Militäreinsatzes in der Ostukraine gefordert, damit dort ein Dialog beginnen könne. Poroschenko hatte bereits kurz nach seinem Amtsantritt am 7. Juni eine Waffenruhe angekündigt.

syd/mik/dpa/AFP



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rubenstein055 18.06.2014
1. Poroschenko hatte bereits kurz nach seinem Amtsantritt am 7. Juni eine Waffenruhe angekündigt..
und eine Visite-beide haben nie stattgefunden! SAtatt Geld für Waffen und Munition zu verpulvern, sollte er besser die Gasrechnung bezahlen und die Pipelines vor seinen Verbündeten schützen!
Xander 18.06.2014
2. Sehr schön.
Endlich mal etwas Ruhe um die Lage mal zu überblicken. Jetzt hoff ich mal, dass die Separatisten auch mal Verstand beweisen und endlich ihre Waffen weglegen. Wenn die ukrainische Armee nicht mehr feuert, dann haben die Separatisten ja keinen Grund mehr sich zu wehren, außer sie wollen provozieren.
FKassekert 18.06.2014
3. Telefonat mit Merkel
betreffs der deutschen Uebernahme der Schulden an Russland! Anschliessend das Gespraech mit Putin - Geld kommt aus Berlin ... Putin braucht weder den Rat noch eine andere rede unserer Kanzlerin! Um mit dem Fussball zu sprechen: sie steht eindeutig im Abseits! Putin weiss was er von ihr zu halten hat! Nicht's ... Aber sie versteht ihn ja bestens?
fazil57guenes 18.06.2014
4. optional
Poroschenko der Kriegstreiber hatte es bislang ja stets abgelehnt, mit den "Ausständigen" zu verhandeln. Seine Aussagen jetzt, lassen ebenfalls keine Einsicht für ehrliche und "ergebnisoffene" Verhandlungen vermuten. Was soll den dieser Unsinn???? Die Waffen sollen schweigen, damit die "Ausständigen" ihre Waffen abgeben? Wovon träumt dieser ofensichtlich hochgradig debiler Oligarch eigentlich Nachts???? Vermutlich nichts gutes und nichts Realitätsbezogenes......
bietchekoopen 18.06.2014
5. Mörder und Lügenbaron
mittlerweile wurden viele hundert Menschen von den ukrainischen Machthabern ermordet. 20.000 Zivilisten sind nach Russland geflohen. Poroschenko und seine Revolutionsminister sind eine Marionettenregierung mit geopolitischen Zielen, sonst nichts. Kein Landesvater würde seine eigenen Leute mit Panzern, Stalinorgeln und Kampfjets bearbeiten. Syrien, Irak usw. lassen Grüßen. Die USA wollen Russland isolieren und zusätzlich wahnsinnig teures Flüssiggas nach Europa liefern. So sieht das aus.
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