Ukraine-Krise Poroschenko warnt vor "umfassendem Krieg"

Es ist ein dringender Appell: Präsident Poroschenko befürchtet, dass die Kämpfe in der Ostukraine zu einem "umfassenden Krieg" werden könnten. Es gebe bald "kein Zurück" mehr - sollten sich die verfeindeten Lager nicht einig werden.
Ukraines Präsident Petro Poroschenko in Brüssel: Warnung vor "umfassendem Krieg"

Ukraines Präsident Petro Poroschenko in Brüssel: Warnung vor "umfassendem Krieg"

Foto: Julien Warnand/ dpa

Kiew/Brüssel - Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat eindringlich vor einer Eskalation des Konflikts im Osten des Landes gewarnt. Angesichts der sich zuspitzenden Kämpfe seiner Streitkräfte mit prorussischen Separatisten drohe die Situation in der Ostukraine in einen "umfassenden Krieg" zu münden, sagte Poroschenko nach einem Treffen der Staats- und Regierungschefs beim EU-Gipfeltreffen in Brüssel.

Man sei nahe an einem Punkt angelangt, an dem es "kein Zurück" mehr gebe - auf dem von Separatisten kontrollierten Territorium auf ukrainischem Boden sei dies bereits eingetreten, sagte Poroschenko. Er hoffe aber, dass das Treffen zwischen den Vertretern Russlands, der Ukraine und der EU am Montag womöglich einen Waffenstillstand bringen könne.

Nicht nur die Ernennung zweier Spitzenposten stand bei dem Treffen in Brüssel auf dem Programm. Auch über schärfere Strafmaßnahmen gegen Russland wollten Europas Spitzenpolitiker debattieren. Die Führung in Kiew hatte Moskau vorgeworfen, mit russischem Militär weit in die Ukraine vorgedrungen zu sein. Nach Angaben der Nato befinden sich mindestens tausend russische Soldaten in der Ukraine im Einsatz. Putin dementierte die Vorwürfe.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach mit Blick auf den Ukraine-Konflikt von einer "sehr ernsten Situation". EU-Parlamentschef Martin Schulz forderte: "Wir sollten die Sanktionen vertiefen". Laut Medienberichten will die Nato mit einer Eingreiftruppe auf die Eskalation in der Ukraine reagieren. Unterdessen haben prorussische Separatisten Dutzende eingekesselte ukrainische Soldaten wieder freigelassen - über spezielle Korridore seien sie nach Angaben des ukrainischen Innenministers zu ihren Basislagern zurückgekehrt.

daf/Reuters/dpa