Ukraine-Krise Putin bleibt hart in Telefonat mit Obama

Eine Stunde lang haben Putin und Obama die Lage auf der Krim beredet. Doch an dem Kurs des russischen Präsidenten hat das nichts geändert - er sagt: Russland dürfe die Hilferufe aus der Ukraine nicht ignorieren.

Präsident Putin (Archivbild von 2011): "Hilferufe nicht ignorieren"
AP

Präsident Putin (Archivbild von 2011): "Hilferufe nicht ignorieren"


Moskau/Washington - Immerhin: Sie reden miteinander. Der russische Präsident Wladimir Putin und US-Präsident Barack Obama haben in der Nacht zu Freitag eine Stunde lang am Telefon miteinander gesprochen. Doch eine Annäherung der Positionen hat es dabei offenbar nicht gegeben. Die beiden Präsidenten betonten die Wichtigkeit der Beziehungen zwischen beiden Ländern, hieß es anschließend. Putin erklärte nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Itar-Tass vom Freitagmorgen, das Verhältnis dürfe nicht unter dem Ukraine-Konflikt leiden.

Das Telefonat der beiden Staatsschefs folgte nur Stunden nachdem die Europäische Union einen Sanktionsplan gegen Russland beschlossen hatte. Die EU einigte sich am Donnerstag bei einem Sondergipfel nach stundenlangem Ringen in Brüssel auf einen Drei-Stufen-Prozess. Dies geschah im Schulterschluss mit den USA. Sollte sich die Krim an Russland anschließen, will Brüssel Wirtschaftssanktionen gegen Moskau verhängen.

Kerry und Lawrow sollen im Gespräch bleiben

Die russisch-amerikanischen Beziehungen seien von höchster Wichtigkeit für die Aufrechterhaltung von Stabilität und Sicherheit in der Welt. Doch beide Seiten beharrten in der Krim-Krise auf ihrer Position. Putin betonte, die augenblickliche politische Führung der Ukraine sei auf nicht verfassungsgemäßem Weg an die Macht gekommen. Russland dürfe die Hilferufe in dieser Angelegenheit nicht ignorieren und handele in voller Übereinstimmung mit den internationalen Regeln.

Obama erklärte nach Angaben des Weißen Hauses in dem Telefonat, dass das russische Vorgehen die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine verletzt habe. Deshalb hätten die USA und ihre europäischen Partner Maßnahmen ergriffen.

Um den Konfliktlösung auf diplomatischem Wege zu lösen, schlug Obama Putin direkte Gespräche zwischen den Regierungen der Ukraine und Russlands vor. Internationale Beobachter könnten sicherstellen, dass die Rechte aller Ukrainer, einschließlich der ethnischen Russen, geschützt würden. Nach Angaben des Kreml kamen beide Präsidenten überein, dass die beiden Außenminister Sergej Lawrow und John Kerry weiter in engem Kontakt bleiben sollten.

In den vergangenen Tagen hatten prorussische Kräfte auf der Halbinsel die Macht übernommen. Kiew und die USA werfen Moskau vor, russische Soldaten hätten die Krim unter ihre Kontrolle gebracht. Russland weist den Vorwurf zurück und spricht von lokalen "Selbstverteidigungskräften".

ler/dpa/Reuters

insgesamt 197 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
markmach 07.03.2014
1. USA und EU
sind nur lächerlich und wollen von Ihren Problemen ablenken. Putin hatte gezeigt, dass es z.B. in Syrien auch diplomatisch geht. Was da in der Ukraine passiert ist sehr seltsam denn viele (wahrscheinlich die Mehrheit) pro russisch eingestellt ist. Könnte es sein dass diese Krise von außen eingesteuert ist? Man sollte sich mal Gedanken machen und nicht immer alles glauben...
razulkhan 07.03.2014
2. Recht so!
Das machen die USA seit Ewigkeiten so...mit viel schlechteren Begründungen.
unlogisch 07.03.2014
3. .
Die Amerikaner sind auf Einkaufstour. Es ist ist denen egal, ob Putin da unten Krieg macht oder nicht. Das ist alles so geplant. Die Denkfabriken bei den Amis arbeiten darauf zu, schon seit Jahren. Die Ukraine wird in die EU aufgenommen.So bekommt die Nato mehr Einfluss, der Russe wird unbedeutend und Bodenschätze gibt es für die nächsten Jahre. Russland verdient am Gas und Europa ist abhängig davon. Und genau da kommen die USA ins Spiel. http://www.presseportal.de/pm/81767/2503988/die-ukrainische-revolution-beim-schiefergas-bringt-das-land-moeglicherweise-naeher-an-die-usa-und Die werden ihre Drohkullise aufrecht erhalten und Europa damit beschwichtigen, wenn Russland kein Gas mehr liefert, dann machen wir das. So verliert Russland einen wichtigen Handelspartner die EU. Wenn dann nebenher noch ein bischen Krieg gespielt wird auch gut. Kriege finden kaum auf us amerikanischen Territorium statt. Das US-Volk wird dafür schon blechen, wenn sie die Völker in Europa in Gefahr sehen.Das ist eine Win:Win Situation. Man will Putin einfach ausbluten lassen. Sobald das Land nicht mehr kann, wird das Volk schon Putin stürzen. Die ersten Firmen beraten schonmal das Volk in Russland, wie eine stille Revolution geht. Schaut nach Russland, die ersten sehnen sich schon nach den russischen Frühling. Wenn die Russen da hart durchgreifen, um so besser. Dann kann die ganze Welt sehen, wie böse die Regierung ist. Der IWF hatte auch schon ein paar Milliarden für die Ukraine gedruckt. Genau wie das in Madagaskar oder woanders ablief. (https://www.youtube.com/watch?v=99l_q8cJ8GA) Das stört doch nicht, wenn die EU noch ein paar Milliarden mehr verbrennt, solange das Geld nicht in den Markt kommt, ist doch alles sicher vor einer Entwertung der Währung. Dafür hat man doch schon Oligarchen eingesetzt in der Ukraine. Die werden schön auf ihren Batzen sitzen bleiben. Der nächste Artikel beschreibt das schon sehr gut, nur das Russland nichts mehr abbekommen wird, so meine Vermutung. http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/03/05/neue-milliarden-schulden-iwf-gibt-ukraine-zur-pluenderung-frei/ Ein weiterer Beweis dafür: http://www.dw.de/obamas-ball-in-putins-feld/a-17480576
sertim 07.03.2014
4. Foto aus welchem Jahr?
Interessanter Telefonhörer...
neu_im_forum 07.03.2014
5. Faustpfand
Die Russen auf der Krim sind das Faustpfand für die Putinsche Expansionspolitik. Soll mir keiner weismachen die Russen dort müssten um Ihr Leben fürchten. Kiew will ein Teil des Westens, der EU werden. Da wäre ein Verfolgung der Russen im Land das falsche Signal.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.