Krasnoarmijsk Mindestens ein Toter bei Schießerei in Ostukraine

Blutige Konfrontation während des Referendums in der Ostukraine: In der Stadt Krasnoarmijsk nordwestlich von Donezk soll die Nationalgarde in die Menge geschossen haben. Unbestätigten Angaben zufolge soll es mindestens ein Todesopfer gegeben haben.


Hamburg - Tausende Menschen waren am Sonntag in der Ostukraine an die Wahlurnen geströmt, um über die Zukunft der Region abzustimmen. In der Stadt Krasnoarmijsk 57 Kilometer nordwestlich von Donezk soll es am Nachmittag zu einer Konfrontation mit mindestens einem Todesopfer gekommen sein. Das berichtet die russische Nachrichtenagentur Itar-Tass unter Berufung auf Denis Pushilin, einen der Separatistenführer der selbsternannten Donezker Republik.

Ein Fotograf der Agentur AP berichtet, dass Mitglieder der ukrainischen Nationalgarde in eine Menschenmenge schossen, die vor einem Verwaltungsgebäude versammelt war. Der Fotograf spricht von mindestens zwei Verletzten, die reglos am Boden gelegen haben sollen.

Stunden zuvor waren Soldaten in gepanzerten Fahrzeugen eingetroffen und hatten die Abstimmung in Krasnoarmijsk aufgelöst. Als Verstärkung anrückte, kam es zu einem Handgemenge. Dann sollen die Schüsse gefallen sein. Bei Twitter werden derzeit Videos verbreitet, die diese Berichte zu bestätigen scheinen. Deutlich zu erkennen ist ein Soldat, der in die Luft feuert, außerdem ein Mann, der sich blutend am Boden krümmt.

Eine unabhängige Bestätigung der Glaubwürdigkeit dieser Aufnahmen steht weiterhin aus.

Im angrenzenden Gebiet Lugansk sollen Einwohner eines Dorfes die ukrainische Nationalgarde am Vorrücken gehindert haben, indem sie als lebender Schutzwall die Straße blockierten.

In der Region ließen russlandfreundliche Separatisten über eine Abspaltung von Kiew abstimmen. Die Aktivisten sprachen am Abend von einer sehr hohen Wahlbeteiligung - angeblich 71 Prozent im Gebiet Donezk und mehr als 80 Prozent in Lugansk. Nach der Auszählung der ersten Stimmzettel hätten höchstens fünf Prozent der Bewohner gegen eine Eigenständigkeit gestimmt, behaupten die Separatisten.

Die Angaben zur Wahlbeteiligung wie auch zum Ergebnis sind nicht überprüfbar. Im Westen wird das Ergebnis nicht anerkannt werden. Deutschland, die USA und andere Staaten bezeichneten das Referendum als illegal.

SPIEGEL ONLINE

isa/AP/dpa

insgesamt 83 Beiträge
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Aussiedler 11.05.2014
1.
Das ist normal für National Garde..Die können nur gegen Omas kämpfen.. So war in Mariupol,Odessa..Dann wieder in Mariupol am 9 Mai..
horst-detlev 11.05.2014
2. Wer sind die Terroristen?
Sollte sich diese Nachrich bestätigen frage ich mich ob vielleicht die von uns geförderte Übergangsregierung die wahren Terroristen sind.
pimpflegionaer 11.05.2014
3. Wahre Demokratie...
... Ohne Worte.
Georgius1000 11.05.2014
4. Man kann das wohl überprüfen...Livevideos
Da sieht man es: pic.twitter.com/pAVwTNQKc0 Was hat dies mit den hehren Zielen a la Legitimität von Staatsgewalt, westlichen Werte etc. zu tun? Wie die ZEIT gerade berichtet hat und in diesem Artikel von RT zu sehen ist: http://rt.com/news/158264-dead-ukraine-krasnoarmeysk-shooting/ hat die Nationalgarde in Krasnoarmeysk zuerst mit Maschinengewehren sich vor dem Wahllokal postiert und dann in die Menge von nicht-bewaffneten Zivilisten geschossen. Leuten die wählen wollten. Man sieht wie ein Natinalgardekämpfer einem Mann in den Bauch schießt. Ist das also nicht absurd? Man kann ja die Wahl nicht ernstnehmen, aber rechtfertigt es den in den Bildern und Videos gezeigten Mord? Man nimmt den Leuten ihre Stimme mit Kugeln. Freedoom und Democracy...
klauss53 11.05.2014
5. Da gibt 's nur eine Möglichkeit
Wenn Putin so etwas provoziert, dann müssen EU und USA sofort die Sanktionen gegen Russland verschärfen.
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