Ukraine-Krise Russland lehnt Friedensmission ab

Eine internationale Friedensmission soll das Abkommen von Minsk überwachen, schlägt der ukrainische Präsident Poroschenko vor. Doch Moskau will davon nichts wissen.

Poroschenko (l., Archivaufnahme): Er schlägt eine Polizeimission der EU vor
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Poroschenko (l., Archivaufnahme): Er schlägt eine Polizeimission der EU vor


Kiew/Moskau - Russland lehnt die von Petro Poroschenko vorgeschlagene internationale Friedensmission im Osten der Ukraine ab: Der russische Uno-Botschafter Witali Tschurkin warf dem Präsidenten vor, mit seiner Forderung das Abkommen von Minsk zu gefährden. Wenn Kiew, statt die Vereinbarungen umzusetzen, nun schon ein "neues Schema" vorschlage, rufe das den Verdacht hervor, dass das Minsker Abkommen "zerstört" werden solle, sagte Tschukrin laut der russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti am Donnerstag. Wegen der neuen Forderung stelle sich die Frage, ob Kiew die Vereinbarungen überhaupt einhalten wolle.

"Das beste Format wäre eine von der Uno beauftragte Polizeimission der Europäischen Union", hatte Poroschenko bei einer Sitzung des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates in Kiew angeregt. Am Mittwoch hatten die prorussischen Separatisten die strategisch wichtige Stadt Debelzewe eingenommen.

Ähnlich wie Tschurkin äußerte sich auch der russische Parlamentspräsident Sergej Naryschkin. "Die Minsker Vereinbarungen sehen ein solches Kontingent nicht vor - es könnte das Abkommen aufweichen", sagte der Duma-Chef. Separatistensprecher Eduard Bassurin warf der Führung in Kiew vor, planlos zu handeln. "Präsident Poroschenko sagte erst, er braucht keine Hilfe, jetzt will er eine Friedensmission", kritisierte er.

Der Separatistenführer Eduard Bassurin befürwortete zwar eine internationale Friedensmission. Allerdings würden sie eine solche Mission ausschließlich an der Grenze zwischen dem von ihnen beherrschten Gebiet und den unter ukrainischer Kontrolle stehenden Regionen unterstützen, sagte er am Donnerstag in Donezk. Einen internationalen Einsatz an der Grenze zu Russland schloss Bassurin der Agentur Interfax zufolge aus.

SPIEGEL ONLINE

als/AFP/Reuters/dpa

insgesamt 101 Beiträge
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Seite 1
derbadener 19.02.2015
1.
klar lehnen sie diese ab. Die holen nur Luft um weiter dort Krieg führen zu können. Die EU würde nur stören.
caligus 19.02.2015
2. Die Russen ...
... zünden eine Nebelbombe nach der anderen. Gerade der Einsatz der Blauhelme wäre zur Sicherstellung des Abkommens von Minsk das probate Mittel. Dass das die Russen nicht wollen, zeigt - mal wieder - deren wahre Gesinnung.
sunhaq 19.02.2015
3.
Natürlich will Putin nicht, dass eine internationale Friedensmission seine Soldaten und Waffen in der Ukraine beobachten oder gar bekämpfen. Damit würde ja sein Lügengebilde in sich zusammenfallen.
marxtutnot 19.02.2015
4. Wie kommt's
Erst sprach der Titel von EU-Truppen und nun plötzlich von UN? Im Artikel ist dann wieder von EU die Rede. Dieses wäre in der Tat untragbar, denn die EU ist Konfliktpartei.Nachtigall ich hör dich trappsen. Durch die Titelaenderung soll halt wieder Russland als Neinsager zu einer Friedenslösung hingestellt werden. Wie peinlich.
erasmus89 19.02.2015
5. Ich lese in den anderen
Medien, dass Kiev EU-Soldaten, nicht UN-Soldaten vorgeschlagen hat. Das in der Tat würde ich dann auch ablehnen, da die EU natürlich eine Konfliktpartei ist und nicht neutral ist. Bei UN-Blauhelmen wäre das etwas anderes.
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