Wahlsieger Poroschenko Russland bietet neuem ukrainischen Präsidenten Dialog an

Moskau sendet nach der ukrainischen Präsidentschaftswahl versöhnliche Signale Richtung Kiew. Laut Außenminister Lawrow ist Russland zu Gesprächen mit Sieger Poroschenko bereit. Die Bundesregierung begrüßt die Initiative.

Außenminister Lawrow: "Wir brauchen keine Vermittler"
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Außenminister Lawrow: "Wir brauchen keine Vermittler"


Kiew/Moskau - Die russische Regierung will mit der neuen Führung in Kiew reden. "Wir sind bereit für einen Dialog mit Petro Poroschenko und ukrainischen Vertretern", sagte Außenminister Sergej Lawrow in Moskau. "Wir brauchen dafür auch keine Vermittler."

Poroschenko hatte am Sonntag die Präsidentenwahl in der Ukraine im ersten Durchgang klar gewonnen. 54,09 Prozent der Wähler gaben dem Oligarchen ihre Stimme. Russland respektiere den Willen des ukrainischen Volkes, betonte Lawrow. Russland erkennt aber weiterhin das Ergebnis der Wahl nicht ausdrücklich an.

Die Bundesregierung begrüßt die von Russland bekundete Dialogbereitschaft. Es sei wichtig, dass die Führung in Moskau einen konstruktiven Umgang mit der neuen ukrainischen Führung finde, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. "Das kann tatsächlich zu einer Stabilisierung der Lage führen".

Ex-Präsident Janukowytsch will Wahlergebnis "respektieren"

Auch Wahlsieger Poroschenko bot einen Dialog an. "Wir haben etwas vorzuschlagen", sagte der Milliardär in Kiew. So solle etwa die russische Sprache einen offiziellen Status in den russisch geprägten Gebieten der Ostukraine erhalten. Eine Stabilisierung der Lage in der Unruheregion sei "ohne russische Vertreter, ohne ein Treffen mit der russischen Führung unmöglich", fügte Poroschenko hinzu. Allerdings lehnte er erneut Gespräche mit militanten Separatisten ab. "Wir verhandeln nicht mit Terroristen."

Lawrow warnte die Führung in Kiew jedoch davor, den Einsatz der Sicherheitskräfte gegen prorussische Separatisten im Osten der Ukraine fortzusetzen. Eine Fortführung des von der ukrainischen Regierung als Antiterroreinsatz bezeichneten Vorgehens wäre ein "kolossaler Fehler", sagte der russische Außenminister.

Die Wahl vom Sonntag war die erste landesweite Abstimmung in der Ukraine seit dem Sturz des prorussischen Staatschefs Wiktor Janukowytsch im Februar. Dieser äußerte laut russischen Nachrichtenagenturen am Montag, auch er wolle das Wahlergebnis "respektieren".

syd/AFP/AP/Reuters/dpa



insgesamt 12 Beiträge
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Seite 1
Ernst August 26.05.2014
1.
Zitat von sysopAFPMoskau sendet nach der ukrainischen Präsidentschaftswahl versöhnliche Signale Richtung Kiew. Laut Außenminister Lawrow ist Russland zu Gesprächen mit Sieger Poroschenko bereit. Die Bundesregierung begrüßt die Initiative. http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-russland-will-dialog-mit-praesident-petro-poroschenko-a-971710.html
Der Schokoladenkönig scheint Russlands Wunschkandidat zu sein. Wer z.b. die letzten Tage RT verfolgt hat wird den Eindruck nicht los als ob es im Sinne Russlands gut läuft.
ms.marzahn 26.05.2014
2. Ist ja schon mal gut...
dass Russland mit der neuen Regierung und dem neu gewählten Präsidenten reden wollen. Es käme jedoch darauf an, dass Ruslland seine vermummten "grünnen Männer" aus der Ostukraine abzieht, damit blinde Zerstörung und Einschüchterung der Bevölkerung aufhören.
Regulisssima 26.05.2014
3. schnell, schnell
Huuh, die Kremlmachthaber haben es aber eilig, ihre Zockerei zu beenden ! Das zeigt allerdings nur, wie sehr sie ihr Blatt überreizt haben, jedoch nicht eine plötzliche Vorliebe für seriöse Politik. Der Westen wäre gut beraten, sich mit dem Abbau seiner Sanktionen Zeit zu lassen und sie im Falle weiterer Nötigung der Ukraine zu verschärfen.
satter 26.05.2014
4. Nur ein taktischer Schachzug von Russland...
in Wahreht will Putin weiterhin sich die Ukraine einverleiben, wieso sonst soll Kiew nicht mehr gegen die Separatisten vorgehen, damit diese weitere Gebiete erobern und Fakten schaffen können (siehe Flughafenerstürmung). Wer dieses linke Spiel von Russland nicht sieht ist blind. Shcon alleine der Ausspruch Russland respektiert die Wahl erkennt sie aber nicht an. Oder ist morgen die Meinung schon wieder anders wenn Russland eine neue Möglichkeit gefunden hat das Land zu annektieren???
MtSchiara 26.05.2014
5. es ist wichtig, ...
... daß Rußland und die Ukraine miteinander reden. Denn es gibt zahlreiche Programmpunkte, die besprochen werden müssen. Insbesondere 1) Abzug der russischen Besatzungstruppen von der Krim 2) Abzug russisch-nationalistischer Kämpfer aus der Ost-Ukraine 3) Begleichen der Schulden zwischen Ukraine und Rußland, nachdem die russischen Gasforderungen mit den ukrainischen Forderungen aus der russischen Krim-Nutzung verrechnet wurden
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