Ukraine Separatisten halten OSZE-Beobachter fest

Die vier in der Ostukraine vermissten Mitarbeiter der OSZE werden offenbar gegen ihren Willen festgehalten. Laut einem dänischen Minister befinden sie sich in Händen prorussischer Separatisten.

Konvoi von OSZE-Beobachtern (Archivbild): Offenbar Entführungsfall
AFP

Konvoi von OSZE-Beobachtern (Archivbild): Offenbar Entführungsfall


Kopenhagen/Kiew - Bisher war nur der direkte Kontakt abgerissen - nun verschärft sich die Lage: Das in der Ukraine vermisste Team von vier OSZE-Beobachtern befindet sich in der Gewalt prorussischer Separatisten. Das teilte der dänische Handels- und Entwicklungsminister Mogens Jensen am Dienstag mit.

Die Beobachter seien an einem Kontrollposten festgehalten worden. Zuvor hatte die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) mitgeteilt, dass die Verbindung zum Beobachterteam gegen 18 Uhr am Montag abgebrochen sei. Bisher sei es nicht gelungen, die Kommunikation wiederherzustellen.

Das Team besteht den Angaben zufolge aus vier Beobachtern und war auf einer "Routinepatrouille" in der Region Donezk unterwegs. Sie stammen laut OSZE aus Dänemark, Estland, der Türkei und der Schweiz und gehören zu Beobachtermissionen mit insgesamt 210 Einsatzkräften, die sich generell um die Lage in der Ukraine kümmern, nicht speziell um die Präsidentschaftswahl vom Sonntag.

Die ukrainische Regierung sowie die regionalen Behörden seien über die Situation informiert.

Ende April waren internationale Militärbeobachter, die unter OSZE-Mandat in der Ukraine waren, von Separatisten in Slowjansk tagelang als Geiseln festgehalten worden. Darunter waren vier Deutsche.

ARD und ZDF ziehen Reporterteams aus Donezk ab

Die Gefechte in der Region Donezk sind seit Montag wieder aufgeflammt. Die Luftwaffe bombardierte Stellungen von militanten prorussischen Kräften in Donezk und in der Region Luhansk. Nach Angaben von Donezks Bürgermeister Alexander Lukjantschenko wurden bei den Gefechten insgesamt 40 Menschen getötet, darunter auch zwei Zivilisten.

Die ukrainische Armee hat nach Regierungsangaben den Flughafen von Donezk zurückerobert. Laut Innenminister Arsen Awakow hätten die Separatisten dabei schwere Verluste erlitten.

Der am Sonntag gewählte neue prowestliche Präsident Petro Poroschenko hatte eine Verschärfung der "Anti-Terror-Operation" angekündigt.

Weil sich die Sicherheitslage in der Ostukraine innerhalb von 24 Stunden "enorm verschlechtert" habe, ziehen ARD und ZDF vorerst ihre Teams aus Donezk ab, berichten aber weiterhin aus der Ukraine, teilten WDR und ZDF am Dienstag mit. Laut Auswärtigem Amt seien Medienvertreter besonders gefährdet, von separatistischen Kräften festgehalten zu werden.

jok/dpa/Reuters/AFP



insgesamt 96 Beiträge
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Seite 1
Timstruppi 27.05.2014
1. Aufhöhren
Kiew sollte aufhören ein Bludbad anzurichten, Davon wurde den ganzen Tag bei SPON nicht berichtet, das läßt schon tief blicken. Vielleicht sollte der neue Präsident es mal mit DIalog versuchen anstatt die Menschen und seine eigenen Bürger zu töten. Je stärker er sie knechtet desto eher laufen sie von ihm Weg.
Beobachter aus Ukraine 27.05.2014
2. Glaubt allem was der Spiegel euch schreibt!!!
soviel zu der Berichterstattung vom SPON: In Kiew sah ein Mann, wie ein Hund ein Mädchen angriff. Daraufhin erschlug der Mann den Hund. Ein Journalist vom TSN interviewt nun den Mann: - Der Held aus Kiew rettet ein Mädchen vor einem angreifenden Hund!!!... Der Mann unterbricht den Journalist: - Ich bin nicht aus Kiew... Journalist: - Ein ausländischer Mann rettet ein Mädchen vor einem angreifenden Hund... Der Mann erwidert: - Ich komme nicht aus dem Ausland!!! Ich bin aus Donetsk! Journalist: - Ein Terrorist tötet einen unschuldigen Hund, der mit einem Mädchen spielte! Der Mann: - Ich bin doch ein Angestellter der Firma "Roshen" Journalist: - Der Kandidat für die Präsidentschaftswahlen und Demokrat Petro Poroschenko, hat unter Lebensgefahr ein Rettungskommando durchgeführt und ein Mädchen vor einer Herde tollwütiger Hunde gerettet. Es ist offensichtlich, dass diese Hunde vom Block Julia Timoschenko aufgezogen worden sind. Zu der Rettungsoperation wurden Vertreter der östlichen Regionen hinzugezogen - um zu sehen, dass man ein "neues Leben" in der Ukraine (Werbeslogan von Poroschenko) führen kann und wer wirklich für die Ukraine ist!
singpat 27.05.2014
3. Kreativ
Bin schon gespannt, was unsere Putinfreunde im Forum fuer gute Gruende finden werden, warum das wieder total OK und selbstverstaendlich ist, dass man OSZE Beobachter festhaelt. Da wird kein Grund bloedsinnig genug sein, um nicht noch herhalten zu muessen. Ich bin da leider nicht kreativ genug.
siegfriedolinius 27.05.2014
4. Gestern wurde in Slavyansk ein Wohngebiet bombardiert
... mehrere Anwohner wurden von den Bomben getötet. Die lagen dort einfach herum: http://rt.com/news/161772-eastern-ukraine-attack-deaths/ Etliche russische Journalisten wurden von den Kiew-treuen Truppen beschossen oder festgehalten. Warum berichtet ihr nicht darüber? Die Regierung in Kiew will nicht mit den Separatisten verhandeln, sondern führt Krieg gegen alle, die sich ihrem Willen widersetzen. Dabei ist sie selbst gewaltsam an die Macht gekommen. Warum verurteilt der Westen nicht die Rechtsradikalen, die jetzt in der Nationalgarde kämpfen?
spon-facebook-10000063024 27.05.2014
5. ;-)
Zitat von singpatBin schon gespannt, was unsere Putinfreunde im Forum fuer gute Gruende finden werden, warum das wieder total OK und selbstverstaendlich ist, dass man OSZE Beobachter festhaelt. Da wird kein Grund bloedsinnig genug sein, um nicht noch herhalten zu muessen. Ich bin da leider nicht kreativ genug.
Einfach warten- denen fällt bestimmt was ein. Vermutlich haben die US-Söldner im direkten Auftrag von Merkel das veranstaltet um die friedlichen Bürger des Donbass zu diskreditieren... Oder die Seperatisten mussten in Notwehr handeln, weil die Beobachter ja bestimmt ganz doll böse Hintergedanken hatten.. Irgendwie werden sich die das schon in ihr irriges Weltbild reinbiegen...
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