Konflikt mit Russland Silvester-Waffenruhe in der Ostukraine in Kraft getreten

Mit dem Angriff auf drei ukrainische Marineboote im Schwarzen Meer hatte der russische Küstenschutz die Krim-Krise Ende November erneut entfacht. Nun sollen die Waffen wieder schweigen - zumindest vorerst.

Ukrainische Marineboote
AFP

Ukrainische Marineboote


In der Ostukraine ist anlässlich der Feiertage an Silvester ein weiterer Anlauf für eine Waffenruhe unternommen worden. Die Kampfhandlungen zwischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten sollten in der Nacht zum Samstag eingestellt werden.

Der russische Küstenschutz hatte Ende November im Schwarzen Meer vor der Straße von Kertsch drei ukrainische Boote mit 24 Mann Besatzung gewaltsam festgesetzt.

Die Waffenruhe, die von 00.01 Uhr an galt, sei zeitlich nicht befristet und solle über das orthodoxe Weihnachtsfest am 7. Januar hinaus bestehen, hieß es von der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE).

Ähnliche Vereinbarungen gab es seit Beginn der Kämpfe zwischen Regierungseinheiten und den Separatisten in den Gebieten Donezk und Luhansk immer wieder. Sie wurden etwa zu Ostern, zum Schulbeginn oder zur Erntezeit geschlossen und meist innerhalb weniger Stunden gebrochen.

Merkel spricht sich im Telefonat mit Putin für ukrainische Seeleute aus

Ein 2015 vereinbarter Friedensplan, der zu einem dauerhaften Waffenstillstand führen sollte, liegt auf Eis. In dem Konflikt sind nach UN-Angaben bereits mehr als 10.000 Menschen getötet worden.

Deutschland und Frankreich begrüßten die Vereinbarung. Die bevorstehenden Feiertage sollten "Anlass für die Seiten sein, sich auf die Bedürfnisse der Zivilbevölkerung zu konzentrieren", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron.

In einem Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin sprach sich Merkel außerdem erneut für die Freilassung der festgenommenen ukrainischen Seeleute aus, wie die stellvertretende Sprecherin der Bundesregierung, Ulrike Demmer, am Freitragabend in Berlin mitteilte.

lie/dpa

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