Hinterhalt bei Kramatorsk Sechs ukrainische Soldaten sterben bei Gefecht mit Separatisten

Bei einem Angriff von prorussischen Separatisten sind sechs ukrainische Soldaten ums Leben gekommen. Nach Angaben der Regierung in Kiew wurde die Truppe in einen Hinterhalt gelockt.
Ein Panzer der prorussischen Separatisten (Archivbild): Granatwerfer eingesetzt

Ein Panzer der prorussischen Separatisten (Archivbild): Granatwerfer eingesetzt

Foto: Roman Pilipey/ dpa

Kramatorsk - Prorussische Separatisten haben ukrainische Soldaten bei Kramatorsk in einen Hinterhalt gelockt und sechs von ihnen erschossen. Das berichtet die Regierung in Kiew. Demnach wurden acht weitere Ukrainer verletzt. Das Ministerium sprach von etwa 30 Angreifern.

Die Separatisten sollen auch Granatwerfer gegen die Truppe mit gepanzerten Fahrzeugen eingesetzt haben. Zwei Soldaten seien bei dem Angriff auf das Fahrzeug ums Leben gekommen, vier starben den Behördenangaben im Schusswechsel mit den moskautreuen Kämpfern.

Die prorussischen Aktivisten bestätigten das Gefecht. Ein Separatist sei ebenfalls getötet worden, teilten sie mit. In dem Gebiet gehen Regierungseinheiten mit einer "Anti-Terror-Operation" gegen prorussische Kräfte vor.

Am Sonntag hatten die Separatisten in den ostukrainischen Regionen Donezk und Luhansk umstrittene Referenden über eine Unabhängigkeit von Kiew abgehalten. In Donezk forderten sie die russische Regierung auf, das Gebiet wie zuvor die Schwarzmeerhalbinsel Krim in die Russische Föderation zu integrieren.

Über eine Beilegung des Konflikts soll am Mittwoch diskutiert werden. Unter Vermittlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) wird erstmals ein Runder Tisch dazu stattfinden. Die Verhandlungen werden laut OSZE von der Ukraine, Russland, der Europäischen Union und den USA unterstützt. Der frühere deutsche Diplomat Wolfgang Ischinger soll die Gespräche leiten.

Foto: SPIEGEL ONLINE

Angesichts der separatistischen Bewegungen hat der ukrainische Übergangsregierungschef Arsenij Jazenjuk allerdings Probleme eingeräumt, im ganzen Land Präsidentschaftswahlen zu organisieren. "Wir tun unser Bestes, um freie und faire Präsidentschaftswahlen abzuhalten", sagte Jazenjuk nach einem Treffen der ukrainischen Regierung mit der EU-Kommission.

vks/dpa/AFP/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.