Krisenherde an den EU-Grenzen Europas schwierige Nachbarn

Die Ukraine-Krise schreckt die EU auf. Wie stabil sind die Nachbarstaaten? Eine Risikoanalyse zeichnet ein düsteres Bild, sechs Länder fallen ganz durch.

Berlin - Die Eskalation auf der Krim ist ein Alarmsignal. Sie wirft für die angrenzenden Europäer eine unangenehme Frage auf: Wie soll eine gute Nachbarschaft funktionieren, wenn drumherum nur noch Problemfälle wohnen? Denn angrenzend an die Europäische Union (EU) findet sich inzwischen kaum noch ein Land, hinter dessen sicherheitspolitischer Zukunft nicht ein Fragezeichen steht.

Die Karte unten zeigt in Blau die 28-Mitgliedstaaten der EU, von denen 22 auch Nato-Mitglieder sind. Nach Risiko aufgeschlüsselt sind diejenigen Nachbarn, die unter die vor zehn Jahren ins Leben gerufene EU-Nachbarschaftspolitik fallen. Ziel des Programms sollte damals ein Ring stabiler Staaten um die EU sein. Bewertet sind außerdem Länder, mit denen sich die EU in Beitrittsverhandlungen befindet.

Als Indikator für das Krisenherd-Ranking wurden die Einschätzungen  für politische Risiken (Sicherheit und Stabilität) der Länderanalyse-Firma Economist Intelligence Unit übernommen.

Die Auswertung ernüchtert. Keines der Nachbarländer wird als nahezu risikofrei eingeschätzt. Nur in vier von 24 dieser Staaten gilt die Stabilitäts- und Sicherheitslage als halbwegs gut, was einer Schulnote von Zwei bis Drei entsprechen würde: Armenien, Israel, Marokko und Montenegro.

Alle anderen Länder werden deutlich schlechter bewertet. In sechs von ihnen wird die derzeitige Lage sogar als sehr riskant eingestuft, gleichzusetzen mit einer Note Fünf oder schlechter: Ägypten, der Kosovo, Libyen, Syrien, der Libanon und die Ukraine.

Vor zehn Jahren hatte die EU schon einmal überlegt, wie es mit der guten Nachbarschaft klappen könnte. Erklärtes Ziel ihrer Nachbarschaftspolitik war es, durch die Schaffung einer gemeinsamen Freihandelszone sowie durch politische und gesellschaftliche Zusammenarbeit einen "Kreis der Freunde" um die EU zu schaffen.

Diesen Plan bezeichnete Stefan Lehne, Wissenschaftler beim Think-Tank Carnegie Europe, in einer Analyse  zuletzt als klar gescheitert. "Die Nachbarregion ist zunehmend instabil geworden", schreibt er. Statt zum Freundeskreis droht die Nachbarregion eher zum Krisenzirkel zu werden.

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