Brüchige Waffenruhe in der Ukraine Kämpfe in Mariupol und Donezk - eine Tote

Die vereinbarte Feuerpause in der Ostukraine bleibt brüchig: In der Separatistenhochburg Donezk sind Schüsse und Explosionen zu hören. In Mariupol wurde eine Frau erschossen.
Brüchige Waffenruhe in der Ukraine: Kämpfe in Mariupol und Donezk - eine Tote

Brüchige Waffenruhe in der Ukraine: Kämpfe in Mariupol und Donezk - eine Tote

Foto: PHILIPPE DESMAZES/ AFP

Donezk/Mariupol - Die Waffenruhe in der Ostukraine ist äußerst brüchig. In der von Regierungstruppen gehaltenen Hafenstadt Mariupol waren in der Nacht Explosionen zu hören, an einem Kontrollpunkt der Regierung stand ein Fahrzeug in Flammen. Bei Kämpfen in der Stadt ist eine Frau getötet worden. Das teilte ein Beamter der Stadtverwaltung am Sonntag mit. Sie ist das erste Todesopfer seit Inkrafttreten einer Waffenruhe am Freitag und soll beim Beschuss prorussischer Rebellen auf einen Kontrollposten gestorben sein. Offenbar wurden drei weitere Menschen bei dem Vorfall verletzt.

Ukrainischen Medien zufolge soll es sich bei der Toten um eine 33-Jährige handeln, die in einem Viertel am Stadtrand in die Brust getroffen wurde und dann in einem örtlichen Krankenhaus verstarb. Als sie getroffen wurde, sei sie in Begleitung von Kindern gewesen, über deren Verbleib nichts bekannt ist. In der Nacht soll außerdem ein Auto beschossen worden sein, in dem sich drei Erwachsene und zwei Kinder befunden hatten. Sie wurden verletzt in eine Klinik gebracht.

Am Sonntagmorgen waren nahe der Separatistenhochburg Donezk Explosionen und Schüsse zu hören, teilte die Stadtverwaltung mit. Während die Stadt von prorussischen Milizionären besetzt ist, wird der Flughafen von der Armee gehalten. Dort soll es zum Beschuss gekommen sein. Die Aufständischen in Donezk berichteten von vier getöteten Zivilisten. Eine unabhängige Bestätigung dafür gab es zunächst nicht.

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Ukraine-Konflikt: Schüsse und Explosionen trotz Waffenruhe

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Kiew will Truppen in Mariupol verstärken

In Mariupol, der strategisch wichtigen Hafenstadt am Asowschen Meer, gerieten vermutlich durch Granateneinschlag in der Nacht eine Tankstelle und umstehende Gebäude in Brand. Der ukrainische Innenminister Arsen Awakow machte die Separatisten für den Zwischenfall verantwortlich. Er kündigte Verstärkung für die Armee vor Mariupol an. Die Aufständischen sprachen hingegen von Provokationen durch das Militär.

Die prowestliche Führung in Kiew betonte, die am Freitag beschlossene Waffenruhe einzuhalten. Beide Seiten werfen sich wiederholt Verstöße vor. Der vereinbarte Gefangenenaustausch hatte am Samstag begonnen. Die prorussischen Aufständischen hätten mehrere Soldaten nahe der Separatistenhochburg Luhansk freigelassen, sagte der Sprecher von Präsident Petro Poroschenko in Kiew.

cht/ala/dpa/AFP/Reuters
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