Region Luhansk Truppenabzug in der Ostukraine hat begonnen

Regierungstruppen und Einheiten der prorussischen Rebellen ziehen sich aus der ostukrainischen Region Luhansk zurück. Mit dem Schritt sollen diplomatische Gespräche eingeleitet werden.
Ein Soldat auf einem Militärfahrzeug in der Ostukraine (Archivbild)

Ein Soldat auf einem Militärfahrzeug in der Ostukraine (Archivbild)

Foto: EPA/ROMAN PILIPEY

Bereits 2016 wurde ein Rückzug aus der Ostukraine vereinbart, doch bis heute ist er nicht umgesetzt worden: Jetzt kommt wieder Bewegung in den Friedensprozess. Die Konfliktparteien im Luhansker Gebiet haben mit einem weiteren Truppenabzug begonnen. Sowohl die Armee als auch die prorussischen Separatisten schossen nahe dem Ort Solote an der Frontlinie weiße und grüne Signalraketen als Startschuss ab, wie die ukrainische Armee und die Separatisten bestätigten.

Damit erklärten sie sich bereit, ihre Truppen mit Gerät etwa einen Kilometer von der Frontlinie zurückzuziehen. Den Vorgang, der als "Entflechtung" bezeichnet wird, überwachen Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE). Bereits im Juni zogen die Truppen beider Seiten in der Ortschaft Stanyzja Luhanska ab.

(Lesen Sie hier  mehr über die Situation in Luhansk.)

Zuvor war der ukrainische Präsident Wolodymyr Selensky nach Solote gefahren. Nationalisten hatten dort gedroht, im Falle eines Abzugs die Positionen der Armee mit bewaffneten Freiwilligen zu besetzen.

Konflikt forderte in den vergangenen fünf Jahren knapp 13.000 Tote

Im seit 2014 andauernden Ukrainekonflikt stehen sich im Osten des Landes ukrainische Regierungstruppen und prorussische Kämpfer gegenüber. Fast 13.000 Menschen wurden im Verlauf der Kämpfe getötet. Vereinzelte Gefechte in der Region hatten immer wieder zu einer Verschiebung des Abzugs geführt. Viele Kriegsveteranen in Kiew, die gegen die prorussischen Rebellen gekämpft hatten, sind gegen den Rückzug.

Deutschland und Frankreich versuchen seit Jahren, zwischen beiden Seiten zu vermitteln. Ein Rückzug der Truppen aus der Region Solote sowie aus zwei weiteren Sektoren der Frontlinie wurde von Russland zur Bedingung gemacht, um an einem neuen Gipfeltreffen im sogenannten Normandie-Format teilzunehmen. Am Normandie-Format sind Russland, die Ukraine, Frankreich und Deutschland beteiligt.

flg/dpa/AFP
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