Putins Rede in Staatsfernsehen der Ukraine TV-Chef mit Schlägen zu Rücktritt gezwungen

In Kiew ist der Chef des ukrainischen Staatsfernsehens attackiert worden - weil sein Sender Putins Rede zum Beitritt der Krim ausgestrahlt hatte. Mit Beschimpfungen und Schlägen zwang man den TV-Mann zum Rücktritt. Amnesty International kritisiert den Vorfall scharf.
TV-Übertragung der Putin-Rede in einen Saal des Kiewer Rathauses: Sender-Chef angegriffen

TV-Übertragung der Putin-Rede in einen Saal des Kiewer Rathauses: Sender-Chef angegriffen

Foto: STRINGER/ REUTERS

Kiew - Er wird herumgeschubst, geschlagen und auf seinen Schreibtischstuhl gedrückt - ein YouTube-Video zeigt , wie ein ukrainischer Abgeordneter und mehrere Handlanger den Chef des Staatsfernsehens zum Rücktritt gezwungen haben. Ihr Vorwurf: Alexander Pantelejmonow hatte die Rede von Kreml-Chef Wladimir Putin ausstrahlen lassen, aus Sicht des Abgeordneten war das die Verbreitung russischer Propaganda.

Igor Miroschnitschenko von der rechtspopulistischen Partei Swoboda, auf Deutsch "Freiheit", drang gemeinsam mit mindestens fünf Helfern in das Büro des TV-Chefs in Kiew ein und attackierte ihn. Der Senderchef unterzeichnete daraufhin eine Rücktrittserklärung.

Kritik kommt von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International: "Die kommissarischen Machthaber müssen ein eindeutiges Signal senden, dass diese Art des Verhaltens in der Ukraine nicht toleriert wird", erklärte Amnesty .

Der grobe Widerspruch in dem Verhalten des Politikers: Miroschnitschenko ist Mitglied des Parlamentsausschusses für Pressefreiheit. Präsidentschaftskandidat Vitali Klitschko forderte, dem Abgeordneten sein Mandat abzuerkennen.

vek/dpa
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