Konflikt mit Russland Ukrainischer Ex-Premier wirft dem Westen Betrug vor

Der Auslöser der Ukraine-Krise? Ein Putsch unter Führung der USA! Ex-Regierungschef Asarow erregt Aufsehen mit kühnen Thesen zum Konflikt mit Russland.
Politiker Asarow: Vorwürfe wie "Täuschung" und "Unaufrichtigkeit"

Politiker Asarow: Vorwürfe wie "Täuschung" und "Unaufrichtigkeit"

Foto: Maxim Shipenkov/ dpa

Moskau - Der ukrainische Ex-Regierungschef Mykola Asarow hat dem Westen Täuschung und Unaufrichtigkeit beim Machtkampf in Kiew vor einem Jahr vorgeworfen. Dem vom damaligen Präsidenten Wiktor Janukowytsch im Februar 2014 unterschriebenen Abkommen über politische Reformen sei ein "perfekter Betrug" gefolgt, sagte der im russischen Exil lebende Politiker.

Der Westen habe von vornherein eine Machtergreifung geplant, und Janukowytsch sei wohl nur die Flucht nach Russland geblieben. Gleichwohl habe der damalige Staatschef durch Unentschlossenheit viele Fehler gemacht, fügte der 67-Jährige an.

Insgesamt sei der Machtwechsel jedoch ein Putsch unter der Leitung der USA gewesen, behauptete Asarow. Aus dem ganzen Land seien Kräfte auf dem zentralen Maidan-Platz in Kiew zusammengezogen worden, um den Umsturz vorzubereiten. Der Politiker bemühte auch einen Vergleich mit dem verstorbenen Ex-Machthaber Libyens: Janukowytsch "sollte wie Muammar al-Gaddafi sterben", sagte Asarow bei der Präsentation seines Buches "Ukraina na pereputje"  (Ukraine am Kreuzweg). Gaddafi starb im Oktober 2011 unter nicht ganz geklärten Umständen.

Zur Bewältigung der Krise im Donbass forderte Asarow eine Verfassungsänderung in der Ukraine. Auch Neuwahlen seien unausweichlich. "Ich glaube nicht, dass die derzeitige Regierung in Kiew fähig ist, das Blutvergießen zu stoppen", sagte der Ex-Premier.

In der Ukraine haben die Kämpfe zuletzt an Heftigkeit zugenommen. Beim Beschuss eines Krankenhauses in der Separatistenhochburg Donezk wurden am Mittwoch mehrere Menschen getötet. Zudem hatte zuletzt die Meldung für Aufsehen gesorgt, die USA würden Waffenlieferungen an die Ukraine erwägen. Washington beschwichtigte jedoch: Solche Pläne gebe es für die nahe Zukunft nicht.

mxw/dpa
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