Kämpfe in der Ostukraine USA veröffentlichen angebliche Beweise für russische Angriffe

Die USA beschuldigen Russland, Raketen auf ukrainisches Staatsgebiet abgefeuert zu haben. Jetzt hat das US-Außenministerium Satellitenbilder präsentiert, die dies angeblich belegen sollen.
Kämpfe in der Ostukraine: USA veröffentlichen angebliche Beweise für russische Angriffe

Kämpfe in der Ostukraine: USA veröffentlichen angebliche Beweise für russische Angriffe

Foto: AP/ U.S. State Department

Kiew/Washington - Die Vorwürfe aus Washington wiegen schwer: Russland soll, so behauptet die US-Regierung, aktiv in die Kämpfe in der Ostukraine eingegriffen haben und plane weitere Waffenlieferungen an die Separatisten. Dies hat Moskau zurückgewiesen. Die russische Regierung spricht von Verleumdung, was die USA nicht davon abgehalten hat, jetzt Satellitenbilder zu präsentieren, die das militärische Eingreifen angeblich dokumentieren sollen.

Das US-Außenministerium legte am Sonntag vier Bilder vor. Sie stammen vom Geheimdienst und sollen belegen, dass russische Streitkräfte über die Grenze hinweg auf das ukrainische Militär feuerten.

Zu sehen seien Abschussrampen, mehrere Raketenwerfer und Haubitzen an der Grenze auf russischem Gebiet sowie Einschlagkrater auf der ukrainischen Seite, so die US-Behörden. Dies deute auf einen mehrfachen Beschuss mit Raketenwerfern hin. Die Flugkörper wurden den US-Informationen zufolge am 21. und 26. Juli von russischem Territorium aus abgefeuert und landeten mehr als elf Kilometer innerhalb der Ukraine (siehe Bild), wie es in einer Erklärung des Außenministeriums hieß.

Außerdem würden die Aufnahmen des Geheimdienstes belegen, dass prorussische Separatisten ukrainische Truppen mit schwerer Artillerie aus Russland angegriffen hätten.

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Ukraine: Die angeblichen US-Beweise

Foto: AP/ U.S. State Department

US-Außenminister John Kerry forderte seinen russischen Kollegen Sergej Lawrow in einem Telefonat auf, "den Fluss schwerer Waffen und den Raketen- und Artilleriebeschuss aus Russland in die Ukraine zu stoppen und damit zu beginnen, den Konflikt zu deeskalieren". Lawrows Dementi, dass schwere Waffen aus Russland zu dem Konflikt beitragen, habe Kerry nicht akzeptiert, teilte das US-Außenministerium mit.

Kämpfe im Gebiet der MH17-Absturzstelle

In der Ostukraine kämpften die ukrainische Armee und die prorussischen Separatisten weiter um die Hoheit über das Gebiet der Absturzstelle von Flug MH17, das bisher unter der Kontrolle der Milizen stand.

Ukrainische Truppen wollten "das Absturzgebiet der Boeing 777 von Terroristen befreien, um internationalen Experten Sicherheit zu garantieren und die Möglichkeit für ihre Untersuchungen", sagte ein Sprecher des Sicherheitsrats in Kiew. In den Tagen vorher hatte Präsident Petro Poroschenko eine Waffenruhe im Umkreis von 40 Kilometern um die Unglücksstelle zugesagt.

Die Armee hatte am Sonntag großangelegte Angriffe im Gebiet der Separatisten gestartet. Bei Beschuss auf die Stadt Gorlowka wurden 13 Menschen getötet, wie die Gebietsverwaltung von Donezk mitteilte. In den Städten Debalzewo, Schachtarsk, Tores und Snischne wurde nach verschiedenen Angaben ebenfalls gekämpft. Unabhängige Berichte zu den Auseinandersetzungen gab es nicht.

Auch die Absturzstelle der malaysischen Boeing liegt in der Kampfzone. Weil noch nicht alle Leichen aus den Flugzeugtrümmern geborgen sind, sollten eigentlich Experten hier ermitteln. Wegen der Schusswechsel in der Region wurde das Vorhaben aber am Sonntag abgesagt.

Am Montag wollen die Niederlande und Australien erneut versuchen, für internationale Helfer einen Zugang zur Absturzstelle von Flug MH17 zu erreichen. Dazu verhandeln Außenminister Frans Timmermans und seine australische Kollegin Julie Bishop mit der ukrainischen Regierung in Kiew.

heb/dpa/Reuters
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