Kämpfe in Donezk Washington warnt Russland vor Invasion in der Ukraine

Die USA haben Russland vor einer Intervention in der Ukraine gewarnt - die Regierung in Kiew hat erneut eine militärische Provokation Moskaus beklagt. Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon bietet der Ukraine humanitäre Hilfe.
Kämpfen in der Region Donezk: Keine Seite gibt nach

Kämpfen in der Region Donezk: Keine Seite gibt nach

Foto: Ivan Boberskyy/ dpa

New York - Die USA haben Russland davor gewarnt, in die Ukraine einzumarschieren. Humanitäre Hilfen dabei als Vorwand zu nutzen, wäre "vollkommen inakzeptabel", sagte die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Samantha Power, am Freitag vor dem Uno-Sicherheitsrat in New York. "Jede weitere einseitige Intervention Russlands auf ukrainischem Territorium, darunter eine unter dem Deckmantel humanitärer Hilfe wäre (...) zutiefst alarmierend", so Power.

Zuvor hatte die russische Regierung die Einrichtung humanitärer Korridore im Osten der Ukraine vorgeschlagen, damit Zivilisten vor den Kämpfen fliehen könnten. Zudem könne das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) Hilfskonvois organisieren.

Power erklärte, internationale Hilfsorganisationen seien bereits vor Ort und würden den Zivilisten helfen, die in die Schusslinie zwischen ukrainischen Truppen und prorussischen Separatisten geraten sind. "Dringende humanitäre Hilfe sollte von internationalen Organisationen gestellt werden, die die Expertise, Erfahrung und Unabhängigkeit dafür mitbringen. Sie sollte nicht von Russland gegeben werden", fügte die Diplomatin hinzu.

Die Regierung in Kiew warf Russland erneut eine militärische Provokation an der gemeinsamen Grenze vor. Eine große Kolonne von Armeefahrzeugen sei bis fast auf ukrainisches Gebiet vorgedrungen, sagte der Vizechef der Präsidialverwaltung in Kiew, Waleri Tschaly. "Sie wollten den totalen Konflikt provozieren", sagte Tschaly. Wegen der "russischen Aggression" habe der ukrainische Präsident Petro Poroschenko die militärische Führung zu Beratungen einberufen. "Die Gefahr scheint aber vorerst gebannt", so Tschaly. Die Ukraine werde seit Wochen von russischem Gebiet aus beschossen. "Wir lassen uns jedoch nicht provozieren", sagte er.

Russland hat seinerseits mehrfach beklagt, dass russisches Staatsgebiet wiederholt von ukrainischer Seite aus beschossen worden sei. Dabei sei mindestens ein Zivilist gestorben.

Nahe den Separatistenhochburgen Donezk und Luhansk gingen die Gefechte zwischen ukrainischen Regierungseinheiten und Aufständischen mit unverminderter Härte weiter. In Donezk hätten Granaten Wohnhäuser beschädigt, zudem seien die Oberleitungen vieler Buslinien zerstört, teilte die Stadtverwaltung mit.

Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon bot der Ukraine humanitäre Hilfe der Vereinten Nationen an. "Wenn sich die humanitäre Situation weiter verschlechtert oder die nationalen Bemühungen nicht mehr ausreichen, steht die Uno bereit, um zusätzliche Hilfe zu prüfen", sagt Ban am Freitag in New York. Derzeit werde die Situation aber noch angemessen von der ukrainischen Regierung und internationalen Partnern beherrscht.

Ban sagte, er sei tief besorgt über die Situation der Zivilisten in der Ostukraine, die sich ständig verschlechtere. "Weiter verlieren unschuldige Menschen, die im Kampfgebiet gefangen sind, ihr Leben. Auch die Anzahl der Flüchtlinge wächst." Der Wiederaufbau der Infrastruktur, nicht zuletzt der Wasserversorgung, sei besonders wichtig bei der Rückkehr zu einem normalen Leben. Ban rief erneut die Konfliktparteien auf, alles zum Schutz der Zivilisten zu tun.

hut/AFP/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.