Ukraine-Krise Merkel, Hollande, Poroschenko und Putin sehen Bruch der Waffenruhe

Merkel, Hollande, Putin und Poroschenko haben den Bruch der vereinbarten Waffenruhe in der Ostukraine kritisiert. Sie bekräftigten die Gültigkeit des Minsker Abkommens.

Prorussische Separatisten feuern Grad-Raketen auf ukrainische Regierungstruppen
AFP

Prorussische Separatisten feuern Grad-Raketen auf ukrainische Regierungstruppen


Kiew/Moskau - Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatschef François Hollande haben zusammen mit Russlands Präsident Wladimir Putin und dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko einen Bruch des vereinbarten Waffenstillstands in der Ostukraine angeprangert.

Alle im Abkommen von Minsk vereinbarten Maßnahmen müssten "streng" umgesetzt werden, forderten die vier Spitzenpolitiker in einem Telefonat am Donnerstag, wie der Elysée-Palast in Paris mitteilte. Sie hielten an den Vereinbarungen fest, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin mit.

Trotz des seit dem Wochenende geltenden Waffenstillstands hatte es in den vergangenen Tagen erbitterte Kämpfe in der ostukrainischen Stadt Debalzewe gegeben. Am Mittwoch hatte die Ukraine den strategisch wichtigen Eisenbahnknotenpunkt aufgegeben.

Im Einzelnen forderten Merkel, Hollande, Putin und Poroschenko einen "Waffenstillstand an der gesamten Frontlinie ohne Ausnahme". Schwere Waffen müssten abgezogen und die Umsetzung dieser Maßnahmen müsse durch die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) überprüft werden. Der Prozess zur Befreiung von Gefangenen solle zudem beschleunigt werden. Die Außenminister der vier Länder wollen demnach noch am Donnerstag miteinander sprechen, um über die Umsetzung der geplanten Überwachung der Maßnahmen zu beraten.

Bei Kämpfen mit prorussischen Separatisten in der Ostukraine wurden nach Angaben des ukrainischen Militärs in den vergangenen 24 Stunden 14 Soldaten getötet und mehr als 170 verletzt.

Die Separatisten setzen nach ukrainischen Angaben ihre Angriffe auf die Regierungstruppen fort. 46-mal seien ukrainische Stellungen mit Raketen, Artillerie und Panzern beschossen worden, teilte die ukrainische Armee am Donnerstag mit.

Auch die Hafenstadt Mariupol sei mit Panzern und Artillerie unter Feuer genommen worden. Ein in Mariupol kontaktierter Militärsprecher sagte am Donnerstag, in der Nacht habe es keine Angriffe gegeben und die Lage sei ruhig.

als/AFP/Reuters/dpa

insgesamt 24 Beiträge
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KJB 19.02.2015
1. Putins Waffen
Nimmt Putin seine Waffen wieder auf die andere Seite der Grenze wäre Ruhe. Seine "Separatisten" soll er auch noch mitnehmen, dann wären auch nur noch ein paar hundert Unkrainische Separatisten übrig. Ganz einfach.
niklot1147 19.02.2015
2. Sondersituation Debalzewe
Nach meinen Informationen war die Sonderzone Debalzewe aus dem Waffenstillstandsvertrag ausgenommen. Wenn das richtig ist, ist der Vertrag noch nicht hinfällig. So verstehe ich auch die im Artikel genannte Gesprächsaussage aller 4 Vertragspartner. Die Rebellen sind anscheinend auch beteiligt. Noch besteht Hoffnung für den Waffenstillstand.
geschwafelablehner 19.02.2015
3. Mariupul
also die ukrainische Armee sagt, Mariupul wird angegriffen, und ein Militärsprecher aus Mariupul sagt, es wird nicht angegriffen? Schlechte Abstimmung.
waldbaer 19.02.2015
4. Satire?
Putin führt Krieg in der Ukraine und sieht Bruch der Waffenruhe? Was für eine Farce.
David K. 19.02.2015
5. Wir lassen uns von Putin vorführen
Putin nickt die Waffenruhe ab, bricht sie dann und ruft danach zur Einhaltung der Waffenruhe auf. Das ist schlicht lächerlich. Der Westen sollte umgehend reagieren. Putin will den Konflikt - diese Diplomatie ist doch nur vorgeschoben.
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