Krise in der Ostukraine Regierung und Separatisten vereinbaren Waffenruhe

Durchbruch in Minsk: Unterhändler der Regierung in Kiew und die prorussischen Separatisten haben eine Feuerpause für das umkämpfte Gebiet Donbass vereinbart. Sie soll am Freitagabend in Kraft treten.
Krise in der Ostukraine: Regierung und Separatisten vereinbaren Waffenruhe

Krise in der Ostukraine: Regierung und Separatisten vereinbaren Waffenruhe

Foto: VASILY FEDOSENKO/ REUTERS

Minsk - Eine Waffenruhe für die Ostukraine ist vereinbart: Die prorussischen Rebellen und die ukrainische Regierung haben gemeinsam in Minsk eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. Die Feuerpause soll ab Freitag um 18 Uhr Ortszeit (17 Uhr MESZ) gelten.

Wenige Minuten nach der offiziellen Bestätigung hat der ukrainische Präsident Petro Poroschenko die Umsetzung angeordnet. Das teilte der Staatschef auf seiner Internetseite mit. "Wir müssen alles Mögliche und Unmögliche tun, um das Blutvergießen in der Ukraine zu beenden", sagte Poroschenko. Er forderte, es müsse eine "effektive internationale Kontrolle" der Waffenruhe geben.

An den Gesprächen in Minsk waren am Freitag Vertreter der ukrainischen Regierung, der prorussischen Separatisten, Russlands sowie der OSZE beteiligt. Vereinbart wurde in Minsk auch ein Austausch von Gefangenen. Es sei wahrscheinlich, dass sie bereits am Samstag freigelassen werden könnten, sagte Poroschenko in Newport.

Moskau begrüßt Feuerpause

Die Vereinbarung zur Waffenruhe trifft in Moskau auf Zustimmung: Russische Nachrichtenagenturen melden, dass der Kreml den Vorgang begrüße und hoffe, dass die Feuerpause sehr genau überprüft werde.

Die von Kiew und Nato geplanten Manöver im Westen der Ukraine und die Rhetorik beim Gipfel in Wales könnten hingegen den Friedensprozess untergraben, meldet das russische Außenministerium am Freitag. Die Militärübungen, die Mitte September stattfinden sollen, würden "wachsende Spannungen" verursachen, die den "zaghaften Fortschritt im Friedensprozess in der Ukraine gefährden".

Einfach dürfte die Umsetzung der Feuerpause nicht werden: In der Konfliktregion kam es zuvor am Freitag ungeachtet der Gespräche zu neuer Gewalt mit Toten und Verletzten.

So hatten Separatisten erklärt, die Hafenstadt Mariupol erobert zu haben. "Die erste Rebellengruppe ist bereits in Mariupol", meldete die Agentur Interfax und berief sich auf einen Sprecher der Separatisten. Ein Sprecher des ukrainischen Militärs erklärte dagegen, die Armee würde die Stadt gegen die Angriffe der Rebellen halten. Seit Langem kämpfen Regierungstruppen und Separatisten um diesen strategisch wichtigen Ort.

vek/Reuters/dpa