John Bolton Trumps Ex-Sicherheitsberater schlug offenbar intern Alarm wegen Ukraineaffäre

Die frühere Russlandexpertin im Weißen Haus, Fiona Hill, hat vor dem US-Kongress neue Details zur Ukraineaffäre geschildert. Dabei ging es auch um die Rolle von Ex-Sicherheitsberater Bolton.

Verließ seinen Posten im Streit mit Donald Trump: Ex-Sicherheitsberater John Bolton
AFP/Brendan Smialowski

Verließ seinen Posten im Streit mit Donald Trump: Ex-Sicherheitsberater John Bolton


Die Versuche von US-Präsident Donald Trump und Mitarbeitern seiner Regierung, die Ukraine zu Ermittlungen gegen politische Gegner zu drängen, haben nicht nur den späteren Whistleblower zu seiner Enthüllung motiviert. Offenbar fand auch Trumps ehemaliger Sicherheitsberater John Bolton die Vorgänge so besorgniserregend, dass er intern Alarm schlug.

Das berichtete Boltons frühere Kollegin Fiona Hill mehreren US-Medien zufolge bei einer Anhörung vor dem US-Kongress. Bolton sei am 10. Juli mit dem US-Botschafter bei der EU, Gordon D. Sondland, darüber in Streit geraten, sagte die ehemalige Russlandexpertin des Weißen Hauses. Die US-Demokraten hatten sie im Zusammenhang mit den Untersuchungen zu einem möglichen Amtsenthebungsverfahrens gegen Trump vorgeladen.

Sondland gehört zu den zentralen Figuren in der Ukraineaffäre und soll die verdeckte Kampagne gegen den Präsidentschaftsanwärter der Demokraten, Joe Biden, und dessen Sohn Hunter organisiert haben - gemeinsam mit Trumps Privatanwalt Rudy Giuliani. Ziel war es, belastendes Material über die US-Demokraten zu erhalten. Etwa zwei Wochen nach dem Streit zwischen Bolton und Sondland fand das Telefonat Trumps mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj statt, das nun Ausgangspunkt der Vorwürfe gegen Trump ist.

Bolton soll Giuliani als "Handgranate" bezeichnet haben

Bolton soll Hill zudem beauftragt haben, den Chefanwalt des Nationalen Sicherheitsrats über die Pläne von Sondland, Giuliani und Stabschef Mick Mulvaney zu informieren. "Ich habe nichts mit irgendwelchen dubiosen Deals zu tun, die Sondland und Mulvaney aushecken", soll Bolton laut "New York Times" gesagt haben.

Demnach war es nicht das erste Mal, dass der Ex-Sicherheitsberater sich besorgt über die Kampagne unter Giulianis Regie äußerte. In einem früheren Gespräch habe Bolton Giuliani eine "Handgranate" genannt, die "alle in die Luft jagen" werde, sagte Hill.

US-Präsident Trump hatte seinen Nationalen Sicherheitsberater Bolton Anfang September entlassen und ihm unangemessenes Verhalten bei mehreren außenpolitischen Themen vorgeworfen. Die Beziehungen zur Ukraine gehörten nicht dazu.

mes

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