Kampf gegen Separatisten Ukraine und Nato verhandeln über Militärhilfe

Die ukrainische Armee könnte militärische Unterstützung bekommen: Nato-Chef Rasmussen hat sich mit Kiews Premier Jazenjuk getroffen. Derweil deutet sich bei den Separatisten ein Führungswechsel an.
Kiews Premier Jazenjuk und Nato-Chef Rasmussen: Hilfe bei Kommando und Kommunikation

Kiews Premier Jazenjuk und Nato-Chef Rasmussen: Hilfe bei Kommando und Kommunikation

Foto: Andrew Kravchenko/ AP/dpa

Kiew - Der ukrainische Ministerpräsident Arsenij Jazenjuk hat mit Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen über mögliche Militärhilfen gesprochen. Die beiden hätten Wege diskutiert, wie die ukrainische Armee in den Bereichen Kommando, Kommunikation und Cyberabwehrfähigkeiten gestärkt werden könnte, hieß es aus Kiew.

Den Angaben zufolge sollte dazu ein schon bestehender Nato-Finanztopf genutzt werden. Ob die Nato das Land im Konflikt mit prorussischen Separatisten auch mit tödlichen Waffensystemen unterstützen könnte, sei offenbar nicht diskutiert worden, meldete die Nachrichtenagentur Reuters.

Die Nato hatte am Mittwoch gewarnt, Russland habe an der Grenze zur Ukraine 20.000 Soldaten zusammengezogen. Russland wirft dem Militärbündnis vor, seinen Einflussbereich entgegen früheren Absprachen nach Osten ausgedehnt zu haben.

Möglicher Führungswechsel bei den Separatisten

In der Führungsriege der Separatisten im Osten der Ukraine zeichnet sich ein Wechsel ab. So könnte ein aus dem Osten des Landes stammender Separatist - Alexander Sachartschenko - den bisherigen Anführer Alexander Borodai ersetzen. Das berichtet Reuters unter Berufung auf eine nicht namentlich genannte Quelle. Borodai ist Russe, er ist der selbsternannte Premier der von den Milizen ausgerufenen "Volksrepublik Donezk". Den Angaben zufolge würde Sachartschenko auch neuer Premier der "Volksrepublik".

Die ukrainische Regierung hatte mitgeteilt, die Waffenruhe rund um die Absturzstelle des malaysischen Passagierflugzeugs auszusetzen. Die Feuerpause im Absturzgebiet sei bis zur Wiederaufnahme der Ermittlungen internationaler Experten außer Kraft, hieß es aus Kiew. Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte hatte am Mittwochabend angesichts der anhaltenden Kämpfe in der Region einen vorläufigen Stopp der Suche nach weiteren Opfern verkündet.

Die Waffenruhe galt in den vergangenen Tagen im Umkreis von 20 Kilometern um die Absturzstelle. Dennoch gab es in dem Gebiet immer wieder Explosionen und Schusswechsel. Die Boeing der Malaysia Airlines war vor drei Wochen mit 298 Menschen an Bord auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur mutmaßlich nach dem Beschuss mit einer Rakete abgestürzt.

kes/dpa/Reuters