Umar al-Baschir Sudans Ex-Präsident zu zwei Jahren Hausarrest verurteilt

Wegen Korruption ist der gestürzte sudanesische Machthaber Umar al-Bashir zu einer Arreststrafe verurteilt worden. Die wirklich schwerwiegenden Vorwürfe gegen ihn werden in einem anderen Verfahren verhandelt.
Umar al-Baschir bei einem öffentlichen Auftritt kurz vor seinem Sturz im April 2019

Umar al-Baschir bei einem öffentlichen Auftritt kurz vor seinem Sturz im April 2019

Foto: Mohamed Khidir/ XinHua/ DPA

Vom internationalen Strafgerichtshof in Den Haag wird Umar al-Bashir wegen Kriegsverbrechen gesucht. Doch von einem sudanesischen Gericht ist der vor acht Monaten gestürzte Machthaber, der das Land fast 30 Jahre brutal regierte, nun zunächst wegen Korruption verurteilt worden. Die Strafe gegen den ehemaligen Herrscher: zwei Jahre Hausarrest.

Er müsse die Strafe in einer Pflegeeinrichtung verbüßen, teilte der zuständige Richter am Samstag in der sudanesischen Hauptstadt Khartum mit. Wegen seines hohen Alters sei der 75-Jährige gemäß sudanesischem Recht nicht zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Überdies ließ der Richter Millionen an Euros und sudanesischen Pfund konfiszieren, die man nach seiner Entmachtung in seiner Residenz gefunden hatte.

Dem in der Hauptstadt Khartum inhaftierten Bashir wurde in dem Verfahren vorgeworfen, kurz vor seinem Sturz insgesamt 22 Millionen Euro aus Saudi-Arabien angenommen zu haben. Ihm hatten dafür mehr als zehn Jahre Haft gedroht. Der ehemalige Machthaber war mehrfach zu Anhörungen vor Gericht erschienen und hatte das Geschehen dort von einer Art Stahlkäfig aus verfolgt.

Die großen Anklagepunkte stehen noch aus

Nach monatelangen Protesten war al-Bashir im April von der Armee gestürzt worden. Zuvor und danach kamen bei Massenprotesten mit Hunderttausenden Teilnehmern Hunderte Menschen ums Leben. In einem anderen Verfahren wird dem ehemaligen Machthaber Anstiftung und Beteiligung an der Tötung von Protestteilnehmern vorgeworfen.

Die gegen ihn verhängte Haftstrafe soll al-Bashir laut Gericht erst antreten, wenn auch in diesem Prozess das Urteil gegen ihn gefallen ist. Zudem wird al-Bashir derzeit zu der Rolle befragt, die er bei dem Militärputsch von 1989 spielte, durch den er an die Macht gekommen war.

Der Internationale Strafgerichtshof hatte bereits 2008 wegen Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und des Völkermords in Darfur einen Haftbefehl gegen al-Baschir erlassen. Es war das erste Mal, dass ein solcher Haftbefehl gegen einen amtierenden Staatschef ausgestellt worden war.

mak/AFP