Umfrage Bush hat leichten Vorsprung vor Kerry

Gespaltenes Amerika: Trotz Irak-Debakel und Rekordverschuldung liegt Präsident Bush nach einer neuen Umfrage knapp vor seinem Herausforderer Kerry.


Boston - Kaum eine Woche vergeht ohne schlechte Nachrichten für den US-Präsidenten: Im Irak nehmen die Entführungen zu, täglich sterben amerikanische Soldaten. In immer neuen Enthüllungsbüchern prangern respektable Autoren die Versäumnisse der US-Regierung im Anti-Terrorkampf und in der Wirtschaftspolitik an. Die Mehrheit der Amerikaner hält den Irak-Krieg mittlerweile für einen Fehler.

Und dennoch: Gut drei Monate vor der Präsidentenwahl in den USA liegt Amtsinhaber George W. Bush knapp vor seinem Herausforderer John Kerry. Wie aus einer Erhebung der Nachrichtenagentur AP hervorgeht, hat Bush zum jetzigen Zeitpunkt die Mehrheit in 25 Staaten und damit 217 Wahlmännerstimmen hinter sich. Kerry kann dagegen mit einem Sieg in 14 Staaten sowie im Hauptstadtbezirk Washington D.C. rechnen, was ihm 193 Stimmen einbringt. In den anderen US-Staaten ist noch keine klare Tendenz zu erkennen. Um zum Präsidenten gewählt zu werden, sind 270 Stimmen notwendig. Die Zusammensetzung des Wahlkollegiums richtet sich nach dem Ergebnis der Volkswahl. Die Zahl der Vertreter, die jeder US-Staat in das Gremium entsendet, hängt mit der Zahl seiner Kongressmitglieder zusammen. Bevölkerungsreiche Staaten stellen mehr Wahlmänner als Staaten mit weniger Einwohnern. Erhält ein Kandidat in einem Staat die Mehrheit der Wählerstimmen, fallen ihm alle Wahlmänner und -frauen dieses Staates zu, unabhängig vom exakten Ergebnis.



© SPIEGEL ONLINE 2004
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.