Umfrage Israel, Iran und USA sind Image-Loser

Israel, Iran, USA: Kein anderes Land der Welt hat so ein schlechtes Image wie diese drei Staaten. Dies hat eine in 27 Ländern durchgeführte Meinungsumfrage ergeben. Der Grund: Menschen sehen Nationen, die nach militärischer Macht streben, häufig negativ.


London - Insgesamt 28.389 Menschen aus 27 Ländern hat das Meinungsforschungsinstitut GlobeScan im Auftrag der BBC diesen Winter befragt. Sie sollten angeben, ob sie sie den Einfluss auf die Welt von zwölf ausgewählten Ländern jeweils positiv oder negativ beurteilten. Israel, Iran und die USA kamen bei der Umfrage am schlechtesten weg - und führen so die Liste der Image-Loser an.

Gutes Image, schlechtes Image: Einfluss dieser zwölf Länder und der EU auf die Welt (Umfrage unter rund 28.000 Personen in 27 Ländern; Angaben in Prozent)
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Gutes Image, schlechtes Image: Einfluss dieser zwölf Länder und der EU auf die Welt (Umfrage unter rund 28.000 Personen in 27 Ländern; Angaben in Prozent)

Israel hat nach Meinung von 56 Prozent der Befragten einen schlechten Einfluss auf die Welt und nur für 17 Prozent einen positiven. Iran sehen 54 Prozent negativ, die USA 51 Prozent. Damit stehen die Vereinigten Staaten auf der Weltbühne in noch schlechterem Licht da als Nordkorea. Das kommunistische Land hat nach Ansicht von 48 Prozent der Befragten schlechten Einfluss auf die Welt - Platz vier.

Kanada, Japan und Frankreich kommen in dem Vergleich hingegen am besten weg, wie aus der heute veröffentlichten Studie hervorgeht. Eine mögliche Ursache laut BBC: Diese Länder stehen bei den neuen Konfrontationen in der Welt weniger in der Öffentlichkeit. Gleiches gelte für die Europäische Union, deren Einfluss 53 Prozent der Befragten positiv und 19 Prozent negativ beurteilen.

Streben nach militärischer Macht ist fürs Image schädlich

Israel war im vergangenen Jahr mit seinem Krieg im Libanon in die Schlagzeilen geraten, Iran und Nordkorea sorgen seit Monaten mit ihren Atomprogrammen für Unmut. Das alles scheint dem Image dieser Länder nicht gerade gut zu tun.

"Es sieht so aus, als ob die Menschen weltweit dazu neigen, Länder negativ zu sehen, deren Profil vom Streben nach militärischer Macht geprägt ist", sagte Steven Kull von der University of Maryland, die die Untersuchung gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut GlobeScan durchführte. Länder, die eher mittels "soft power" zum Weltgeschehen beitragen, wie etwa Frankreich und Kanada, würden positiver bewertet.

Auch die Religionszugehörigkeit scheint nach Ansicht der Forscher Einfluss auf die Bewertung zu haben: Iran wurde am positivsten von den Bewohnern muslimischer Länder bewertet, Israel hingegen wurde am häufigsten von den muslimischen Befragten ein negatives Image zugeschrieben. Japan steht den Daten zufolge weltweit in gutem Licht da - "außer in China und Südkorea", so die BBC.

Befragt wurden jeweils rund 1000 Personen in Argentinien, Australien, Ägypten, Brasilien, Chile, China, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Indien, Indonesien, Italien, Kanada, Kenia, Libanon, Mexiko, Nigeria, Philippinen, Polen, Portugal, Russland, Südkorea, Türkei, Ungarn, USA und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Bewertet wurden die Länder China, Frankreich, Großbritannien, Indien, Iran, Israel, Kanada, Japan, Nordkorea, Russland, die USA und Venezuela. Deutschlands Image wurde bei der Studie nicht untersucht.

fba/AP



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