Umfrage Linke und SPD liegen in Sachsen-Anhalt gleichauf

Bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt zeichnet sich laut einer neuen Umfrage ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der SPD und der Linkspartei ab. Möglich wäre dann neben der Fortsetzung der Großen Koalition auch ein rot-rotes Bündnis. Stärkste Partei wird demnach die CDU.


Magdeburg - In einer neuen Umfrage zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt liegen SPD und Linkspartei eng beieinander im Rennen um Platz zwei. Das hätte möglicherweise Auswirkungen auf die Koalitionsbildung.

Gut eine Woche vor der Abstimmung kommen die beiden Parteien in einer Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF-"Politbarometer" auf jeweils 24 Prozent. Demnach wäre eine Fortsetzung der schwarz-roten Koalition möglich, denkbar ist nun auch ein rot-rotes Bündnis unter Führung der SPD, wie aus der am Freitag veröffentlichten Umfrage hervorgeht. Deutlich stärkste Kraft wird aller Voraussicht nach wieder die CDU. Die Christdemokraten liegen laut "Politbarometer" derzeit bei 32 Prozent.

In einer ARD-Vorwahlumfrage von Infratest dimap erreicht die Union 33 Prozent, die Linke liegt bei 25 Prozent, die bei SPD 24 bei Prozent. Spannend wird es bei den kleineren Parteien: In beiden Umfragen liegen FDP, Grüne und die rechtsextreme NPD an der Fünf-Prozent-Hürde. Laut den am Donnerstag veröffentlichten Zahlen von Infratest dimap kommen die Grünen derzeit auf 5,5 Prozent, die FDP auf 4,5 Prozent und die NPD auf 5 Prozent. Im "Politbarometer" liegen alle drei Parteien gleichauf bei 5 Prozent.

Die SPD hatte in den Umfragen monatelang teils deutlich hinter der Linkspartei gelegen, zuletzt aber nach und nach aufgeholt. Im Herbst 2010 betrug der Rückstand der Sozialdemokraten auf die Linkspartei noch neun Prozentpunkte. Damals war die Linke auf 30 Prozent gekommen, die SPD nur auf 21 Prozent.

Die SPD, die ohne Koalitionsaussage in den Wahlkampf gegangen ist, hatte in den vergangenen Monaten eine Präferenz für eine weitere Zusammenarbeit mit der CDU erkennen lassen. SPD-Spitzenkandidat Jens Bullerjahn machte zuletzt allerdings klar, dass - sollte die SPD am Wahlabend vor den Linken liegen - ein rot-rotes Bündnis genauso möglich sei. Kategorisch ausgeschlossen hat die SPD-Spitze eine Rolle als Juniorpartner in einem Bündnis mit der Linkspartei, also mit Linke-Spitzenkandidat Wulf Gallert als Ministerpräsident.

Bei der Wahl 2006 lag die CDU mit 36,2 Prozent klar vor Linkspartei (24,1), SPD (21,4), FDP (6,7) und Grünen (3,6). Seitdem regiert eine CDU/SPD-Koalition unter Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU), der aus Altersgründen nicht noch einmal antritt.

ffr/dpa/dapd



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