Umstrittene ARD-Dokumentation "Es begann mit einer Lüge"


Hamburg - Die ARD-Dokumentation "Es begann mit einer Lüge", die der frühere jugoslawische Staatspräsident Slobodan Milosevic am Donnerstag im Den Haager Prozess zu seiner Verteidigung anführte, hatte im Februar vergangenen Jahres eine heftige Kontroverse ausgelöst.

In der Sendung des Westdeutschen Rundfunks (WDR) zum Kosovokrieg wurde Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) vorgeworfen, er habe gelogen und übertrieben, um die Unterstützung von Parlament und Öffentlichkeit für die Nato-Luftschläge zu sichern.

In dem Film der beiden Autoren Mathias Werth und Jo Angerer wurde unter anderem der Darstellung Scharpings widersprochen, am 27. April 1999 seien in dem Ort Rogovo unschuldige Zivilisten von serbischer Sonderpolizei massakriert worden.

Scharping wiederum warf dem WDR "unverantwortliche Kürzungen, auch Verfälschungen" in der Sendung vor. Er verlangte von dem Sender eine Entschuldigung. Zu einer Auseinandersetzung kam es in einer TV-Diskussion nach einer erneuten Ausstrahlung der Dokumentation im WDR- Fernsehen.

Rupert Neudeck von der Hilfsorganisation Cap Anamur und der Balkan-Korrespondent der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", Matthias Rüb, kritisierten den Film scharf. Dagegen erklärte der beim WDR für das Ausland zuständige Programmbereichsleiter, Albrecht Reinhardt: "Unsere Recherchen halten stand."



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