Umstrittene Reform Frankreich will Rentenalter auf 62 Jahre anheben

Die Franzosen müssen künftig länger arbeiten: Die Regierung will das gesetzliche Rentenalter bis 2018 auf 62 Jahre anheben - bereits vor der offiziellen Bekanntgabe der Pläne protestierten Zehntausende gegen die Reform.

Protest in Paris: Die Demonstranten sind gegen die Rentenpläne der Regierung
AFP

Protest in Paris: Die Demonstranten sind gegen die Rentenpläne der Regierung


Paris - Mit 60 Jahren war bislang für die meisten französischen Arbeitnehmer Schluss - dann hatten sie das gesetzliche Rentenalter erreicht. In Zukunft werden die Franzosen länger arbeiten müssen: Die Regierung in Paris will die Altersgrenze ab dem 1. Juli 2011 schrittweise um vier Monate pro Jahr erhöhen, 2018 soll dann das Rentenalter bei 62 Jahren liegen. Dies teilte die Regierung am Mittwoch mit.

"Es geht kein Weg daran vorbei, länger zu arbeiten", sagte Arbeitsminister Eric Woerth bei der Vorstellung der Pläne in Paris. Es sei nicht möglich, das Loch in der Rentenkasse nur durch neue Einnahmen zu stopfen. Die mit der steigenden Lebenserwartung verbundenen Probleme müssten akzeptiert werden. Präsident Nicolas Sarkozy hat die Rentenreform als wichtigstes Projekt seiner verbleibenden Amtszeit bezeichnet. Sie soll noch in diesem Jahr beschlossen werden.

Zehntausende Menschen protestierten bereits am Dienstag gegen die geplante Erhöhung des Rentenalters. Für den 24. Juni haben sechs Gewerkschaften zu einem landesweiten Protesttag aufgerufen.

Ohne eine Reform würden nach Berechnungen einer Rentenkommission in der französischen Rentenkasse im Jahr 2050 etwa 64,4 Milliarden Euro fehlen.

Zuletzt hatte die EU-Kommission ihren Mitgliedstaaten eine deutliche Verlängerung der Lebensarbeitszeit empfohlen. Ohne ein höheres Rentenalter drohe eine "schmerzhafte Kombination aus geringeren Zahlungen und höheren Beiträgen", zitierte die "Financial Times Deutschland" aus einem Entwurf für ein Rentenpolitik-Grünbuch der Kommission.

hen/AFP/apn/dpa



insgesamt 59 Beiträge
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Gebetsmühle 16.06.2010
1. 62?
Zitat von sysopDie Franzosen müssen künftig länger arbeiten: Die Regierung will das gesetzliche Rentenalter bis 2018 auf 62 Jahre anheben - bereits vor der offiziellen Bekanntgabe der Pläne protestierten Zehntausende gegen die Reform. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,700970,00.html
wenn das für unsre jugend kein grund zum auswandern is, was dann? 5 jahre weniger arbeiten als hier.
Viva24 16.06.2010
2. Lachhaft, jeder weiss was Ihm später blüht!
Das Thema ist wieder die Demokratie. Die Rentner sind eine macht und werden für Wahlen benötigt. Die junge Generation kommt hier unter die Räder. Wer heute 30 Jahre ist, kann davon ausgehen bis 85 zu arbeiten und dann eine Hungerrente bekommt. Da braucht man kein Mathematiker zu sein!. Die Rentenlüge ist der grösste Betrug des 21 Jhr.!
dipl_arch 16.06.2010
3. :-)
Zitat von Gebetsmühlewenn das für unsre jugend kein grund zum auswandern is, was dann? 5 jahre weniger arbeiten als hier.
:-) da hat er Recht ! Mal schauen ob die Franzosen sich dass so gefallen lassen wie die Deutschen :-)
M. Althaus, 16.06.2010
4. ....
Zitat von sysopDie Franzosen müssen künftig länger arbeiten: Die Regierung will das gesetzliche Rentenalter bis 2018 auf 62 Jahre anheben - bereits vor der offiziellen Bekanntgabe der Pläne protestierten Zehntausende gegen die Reform. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,700970,00.html
Wie süß .... ich bin mir sicher das unsere Regierung bereits über eine Anhebung auf 72 Jahre nachdenkt. Ich glaube das wandere ich lieber aus, habe ich immer noch ein paar Jahre Arbeit gespart. :D
clh 16.06.2010
5. Jep,...
Zitat von Gebetsmühlewenn das für unsre jugend kein grund zum auswandern is, was dann? 5 jahre weniger arbeiten als hier.
mir kommen auch gleich die Tränen. Manchmal wünsche ich mir, die EU schlüge härter zu, aber für alle Mitgliedsländer, damit dieser vorauseilende Gehorsam unser Kanzlerin endlich aufhört. Warum muss Deutschland immer übertreiben, die Mehrheit der deutschen Bevölkerung hat bald nichts mehr zu beißen und die anderen Länder gehen wegen dieser Luxusprobleme auf die Straßen? Ich fasse es nicht.
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