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22. Oktober 2011, 00:33 Uhr

Umstrittenes Atomprogramm

Ashton will Gespräche mit Iran fortsetzen

Die Seiten sind verhärtet: Im Januar waren die internationalen Verhandlungen über das iranische Atomprogramm gescheitert. Jetzt will die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton die Gespräche fortsetzen. Doch die Vorbedingungen dafür sind überaus schwierig.

Wien/Teheran/Brüssel - Catherine Ashton will die Gespräche über das umstrittene iranische Atomprogramm wieder aufnehmen. In einem Brief forderte die EU-Außenbeauftragte die Regierung in Teheran am Freitag dazu auf, sich auf eine ernsthafte Diskussion einzulassen.

"Ausschlaggebend für die Fortsetzung unserer Gespräche wird es sein, konkrete Ergebnisse anzustreben", schrieb Ashton an Irans Chefunterhändler Said Dschalili, der im vergangenen Monat die Wiederaufnahme der Verhandlungen angeboten hatte. "Wir müssen sicherstellen, dass wir bei einem Treffen wahre Fortschritte hinsichtlich der nuklearen Fragen erzielen, so dass beide Seiten einen konkreten Nutzen daraus ziehen können", fügte Ashton in dem Schreiben hinzu, dass der Nachrichtenagentur Reuters eigenen Angaben zufolge in Kopie vorlag.

Ashton führt die Verhandlungen im Namen von sechs Staaten, darunter die Vereinigten Staaten, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Russland und China. Die internationalen Gespräche über das iranische Atomprogramm waren zuletzt im Januar gescheitert. Dschalili hatte die internationale Gemeinschaft in den damaligen Gesprächen dazu aufgefordert, Irans Recht zur Urananreicherung anzuerkennen. Erst dann wäre Teheran zu Verhandlungen bereit. Die internationale Gemeinschaft hingegen will Iran dazu bewegen, das Programm zur Urananreicherung einzustellen.

Am Freitag waren aus Diplomatenkreisen mutmaßliche iranische Pläne bekannt geworden, atomares Material in sicheren Untergrundstätten lagern zu wollen. Dieses Vorhaben würde wohl neue Ängste über Teherans Absichten schüren - schlechte Voraussetzungen für die Wiederaufnahme der Verhandlungen.

Sanktionen wegen angeblicher Anschlagspläne auf saudischen Botschafter

Noch ein weiterer diplomatischer Konflikt wirft einen Schatten auf die geplanten Gespräche. Im Zusammenhang mit mutmaßlichen iranischen Anschlagsplänen auf den saudischen Botschafter in den USA hat die Europäische Union unterdessen das Vermögen von fünf Personen eingefroren. Zusätzlich könnten diese auch keine Kredite oder Darlehen beantragen, erklärte EU-Außenkommissarin Ashton ebenfalls am Freitag.

Die Namen der fünf Personen nannte die EU nicht, Großbritannien hatte bereits am Dienstag ähnliche Sanktionen gegen zwei wegen des Komplotts von US-Behörden verdächtigte Personen verhängt. Ashton beschrieb die Sanktionen als Vorsichtsmaßnahme.

bos/Reuters/dapd

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