Umstrittenes Atomprogramm Ashton will Gespräche mit Iran fortsetzen

Die Seiten sind verhärtet: Im Januar waren die internationalen Verhandlungen über das iranische Atomprogramm gescheitert. Jetzt will die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton die Gespräche fortsetzen. Doch die Vorbedingungen dafür sind überaus schwierig.

Umstrittener Atommeiler Buschehr: Iran pocht auf das Recht zur Urananreicherung
REUTERS

Umstrittener Atommeiler Buschehr: Iran pocht auf das Recht zur Urananreicherung


Wien/Teheran/Brüssel - Catherine Ashton will die Gespräche über das umstrittene iranische Atomprogramm wieder aufnehmen. In einem Brief forderte die EU-Außenbeauftragte die Regierung in Teheran am Freitag dazu auf, sich auf eine ernsthafte Diskussion einzulassen.

"Ausschlaggebend für die Fortsetzung unserer Gespräche wird es sein, konkrete Ergebnisse anzustreben", schrieb Ashton an Irans Chefunterhändler Said Dschalili, der im vergangenen Monat die Wiederaufnahme der Verhandlungen angeboten hatte. "Wir müssen sicherstellen, dass wir bei einem Treffen wahre Fortschritte hinsichtlich der nuklearen Fragen erzielen, so dass beide Seiten einen konkreten Nutzen daraus ziehen können", fügte Ashton in dem Schreiben hinzu, dass der Nachrichtenagentur Reuters eigenen Angaben zufolge in Kopie vorlag.

Ashton führt die Verhandlungen im Namen von sechs Staaten, darunter die Vereinigten Staaten, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Russland und China. Die internationalen Gespräche über das iranische Atomprogramm waren zuletzt im Januar gescheitert. Dschalili hatte die internationale Gemeinschaft in den damaligen Gesprächen dazu aufgefordert, Irans Recht zur Urananreicherung anzuerkennen. Erst dann wäre Teheran zu Verhandlungen bereit. Die internationale Gemeinschaft hingegen will Iran dazu bewegen, das Programm zur Urananreicherung einzustellen.

Am Freitag waren aus Diplomatenkreisen mutmaßliche iranische Pläne bekannt geworden, atomares Material in sicheren Untergrundstätten lagern zu wollen. Dieses Vorhaben würde wohl neue Ängste über Teherans Absichten schüren - schlechte Voraussetzungen für die Wiederaufnahme der Verhandlungen.

Sanktionen wegen angeblicher Anschlagspläne auf saudischen Botschafter

Noch ein weiterer diplomatischer Konflikt wirft einen Schatten auf die geplanten Gespräche. Im Zusammenhang mit mutmaßlichen iranischen Anschlagsplänen auf den saudischen Botschafter in den USA hat die Europäische Union unterdessen das Vermögen von fünf Personen eingefroren. Zusätzlich könnten diese auch keine Kredite oder Darlehen beantragen, erklärte EU-Außenkommissarin Ashton ebenfalls am Freitag.

Die Namen der fünf Personen nannte die EU nicht, Großbritannien hatte bereits am Dienstag ähnliche Sanktionen gegen zwei wegen des Komplotts von US-Behörden verdächtigte Personen verhängt. Ashton beschrieb die Sanktionen als Vorsichtsmaßnahme.

bos/Reuters/dapd



insgesamt 13 Beiträge
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Seite 1
Triple_AAA 22.10.2011
1. Mal ehrlich formuliert,
Zitat von sysopDie Seiten sind verhärtet: Im Januar waren die internationalen Verhandlungen über das iranische Atomprogramm gescheitert. Jetzt*will die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton die Gespräche fortsetzen. Doch die Vorbedingungen dafür sind überaus schwierig. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,793322,00.html
ein Land wie USA, das vollgestopft ist mit Atomwaffen, hat nicht das Recht, anderen Ländern den Besitz desselben zu verbieten. Warum versucht sie es beim Iran? Aber nicht bei China, Russland, Nordkorea, Israel, Frankreich Grossbritannien etc. ?
otto huebner 22.10.2011
2. und was ...............
Zitat von sysopDie Seiten sind verhärtet: Im Januar waren die internationalen Verhandlungen über das iranische Atomprogramm gescheitert. Jetzt*will die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton die Gespräche fortsetzen. Doch die Vorbedingungen dafür sind überaus schwierig. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,793322,00.html
soll dabei rauskommen ?
atherom 22.10.2011
3. Und jetzt Lady Ashton:
Zitat von sysopDie Seiten sind verhärtet: Im Januar waren die internationalen Verhandlungen über das iranische Atomprogramm gescheitert. Jetzt*will die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton die Gespräche fortsetzen. Doch die Vorbedingungen dafür sind überaus schwierig. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,793322,00.html
nach all den anderen europäischen Politkern zuvor, übernimmt jetzt Lady Ashton die schwierige Aufgabe der Friedensrettung. Ganz in unvergessener Manier der Herren Daladier und Chambarlain, wird auch sie uns einen Vertrag mit den Worten "ich habe Euch Frieden mitgebracht" präsentieren.
sachgerecht 22.10.2011
4. Mal logisch formuliert
Zitat von Triple_AAAein Land wie USA, das vollgestopft ist mit Atomwaffen, hat nicht das Recht, anderen Ländern den Besitz desselben zu verbieten. Warum versucht sie es beim Iran? Aber nicht bei China, Russland, Nordkorea, Israel, Frankreich Grossbritannien etc. ?
Aus dem Umstand, dass die USA Atomwaffen besitzen, womit sie übrigens bisher verantwortungsvoll umgegangen sind, sollte nicht jeder geistesgestörte Despot das Recht auf eigene Atomwaffen ableiten dürfen. Kann es vielleicht sein, dass eine ausgeprägte USA-Phobie ihr Realitätsempfinden stört? Denjenigen, die bereits Atomwaffen besitzen kann man ihr gefährliches Spielzeug nicht mehr abnehmen, ohne einen atomaren Konflikt zu riskieren, man sollte aber unter allen Umständen die weitere Verbreitung von Atomwaffen stoppen, insbesondere muss verhindert werden dass solche Spinner wie Mahmud Ahmadinedschad in den Besitz von Atomwaffen kommen. Schlimm genug, dass man nicht energisch genug die Atomwaffenprogramme Pakistans und Nordkoreas verhindert hatte, darum muss man aber nicht weiter tatenlos zusehen, wie Iran und jeder Wüstenhäuptling, dem ein bisschen Öl an den Füßen klebt, auch noch in den Besitz von Atomwaffen kommt. Unter den Umständen dürfte eine atomarer Konflikt im Nahen Osten sehr wahrscheinlich werden, was auch die Großmächte hineinziehen kann.
dilinger 22.10.2011
5. Befremdlich
Zitat von Triple_AAAein Land wie USA, das vollgestopft ist mit Atomwaffen, hat nicht das Recht, anderen Ländern den Besitz desselben zu verbieten. Warum versucht sie es beim Iran? Aber nicht bei China, Russland, Nordkorea, Israel, Frankreich Grossbritannien etc. ?
Lady Ashton verhandelt: ".... im Namen von sechs Staaten, darunter die Vereinigten Staaten, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Russland und China." Also nicht nur der USA. Außerdem hat der Iran den Atomwaffensperrvertrag unterschrieben, gegen den es offensichtlich permanent verstößt. Aber so wie Sie hier argumentieren, wollen Sie das alles bestimmt gar nicht so genau wissen. Ihnen geht es ja um das Recht auf Atomwaffen, egal für wen.
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