Umstrittenes Atomprogramm Iran startet Uran-Anreicherung in Bunkeranlage

Das Regime in Teheran weitet offenbar sein Atomprogramm drastisch aus. In einer unterirdischen Bunkeranlage in Fordu wird demnach womöglich Uran auf 20 Prozent angereichert - statt wie bisher auf 3,5 Prozent. Die internationale Gemeinschaft ist alarmiert.


Teheran/Wien - Iran hat mit der Anreicherung von Uran in einem Bunker begonnen und damit scharfe Kritik des Westens provoziert. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien bestätigte, dass Iran in Fordu mit der Anreicherung von Uran auf 20 Prozent begonnen hat. Die Arbeiten würden von der IAEA beaufsichtigt, erklärte eine Sprecherin der Uno-Atomaufsicht. Die Atomanlage wurde in der Nähe der den Schiiten heiligen Stadt Ghom in einem Gebirgsmassiv errichtet. Ihre Existenz räumte Iran erst ein, nachdem sie westliche Geheimdienste 2009 publik gemacht hatten.

Die Anreicherung auf 20 Prozent bringt Iran deutlich näher an die Fähigkeit, kernwaffentaugliches Uran herzustellen als das bislang in der Anlage Natans auf 3,5 Prozent angereicherte Uran. Westliche Diplomaten weisen daraufhin, dass eine Anreicherung auf 20 Prozent in einer tief verbunkerten Anlage zumindest für zivile Zwecke keinen Sinn ergibt.

Viele Staaten verdächtigen Iran, heimlich an Atomwaffen zu arbeiten. Die Führung in Teheran weist den Vorwurf zurück und pocht auf ihr Recht auf friedliche Nutzung der Kernenergie. Allerdings ist Iran nicht bereit, sein Atomprogramm den Inspektoren der IAEA vollständig offenzulegen und so den Verdacht auszuräumen. Die USA haben kürzlich eine Verschärfung der Sanktionen gegen Iran beschlossen, um weiter Druck auf die Regierung auszuüben. Auch die Europäische Union peilt weitere Strafmaßnahmen an, die den wichtigen Ölsektor treffen sollen.

Das US-Außenministerium erklärte, falls Iran tatsächlich Uran auf 20 Prozent anreichere, verstoße das Land erneut gegen seine internationalen Verpflichtungen. Auch der deutsche Außenminister Guido Westerwelle bezeichnete die Aufnahme der Urananreicherung auf 20 Prozent als einen "Schritt der weiteren Eskalation". Die Sorge der internationalen Staatengemeinschaft wachse, dass das iranische Nuklearprogramm militärischen Zwecken diene.

Staatschef Ajatollah Ali Chamenei betonte, auch schärfere Sanktionen würden Iran nicht von seinem Atomprogramm abbringen. Zudem wurde bekannt, dass Iran einen US-Bürger wegen Spionage für den US-Geheimdienst CIA zum Tode verurteilt hat. Das ohnehin äußerst angespannte Verhältnis zum Westen dürfte das weiter belasten.

ffr/Reuters/dapd



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stanislaus2 09.01.2012
1. Was für ein Bockmist
Waffenfähiges Uran beginnt ab 85 %. Hier wird aus Propagandazwecken Angst geschürt, um einen Krieg vorzubereiten. "§ 80 StGB Vorbereitung eines Angriffskrieges "Wer einen Angriffskrieg (Artikel 26 Abs. 1 des Grundgesetzes), an dem die Bundesrepublik Deutschland beteiligt sein soll, vorbereitet und dadurch die Gefahr eines Krieges für die Bundesrepublik Deutschland herbeiführt, wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe oder mit Freiheitsstrafe nicht unter zehn Jahren bestraft."
Loewe_78 09.01.2012
2. ...
Zitat von sysopDas Regime in Teheran weitet offenbar sein Atomprogramm drastisch aus. In einer unterirdischen Bunkeranlage in Fordu wird demnach womöglich Uran auf 20 Prozent angereichert - statt wie bisher auf 3,5 Prozent. Die internationale Gemeinschaft ist alarmiert. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,808107,00.html
Ein weiterer Schritt in der Iran-Anreicherungssequenz, in der dieses Land mit den für einen Angriffskrieg nötigen Attributen versehen werden soll.
diwoccs 10.01.2012
3. das uran kommt aus Venezuela ?
Zitat von sysopDas Regime in Teheran weitet offenbar sein Atomprogramm drastisch aus. In einer unterirdischen Bunkeranlage in Fordu wird demnach womöglich Uran auf 20 Prozent angereichert - statt wie bisher auf 3,5 Prozent. Die internationale Gemeinschaft ist alarmiert. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,808107,00.html
der iranische Präsident it bei seinem Bruder HUGO CHAVEZ.begleitet vn einem Komitee von 100 Personen. Es ist der neunte Besuc des Herrn A. in Venezuela Venezuela födert Uran -unweit der Stellen, an denen Iran amgeblich Fabriken für Fahrrad - und Traktorproduktion erstellt. Es gibt unzählige Abkommen zwischen Iran und Venezuela, dessen Inhalt nur Hugo undseine Bande kennt. Heute wurde ausserdem eine neue iranisch-venezol Bank gegründet, um die internationalen Beshränkungen zu umgehen ? saludos aus Caracas
nudelsuppe 10.01.2012
4.
Zitat von sysopDas Regime in Teheran weitet offenbar sein Atomprogramm drastisch aus. In einer unterirdischen Bunkeranlage in Fordu wird demnach womöglich Uran auf 20 Prozent angereichert - statt wie bisher auf 3,5 Prozent. Die internationale Gemeinschaft ist alarmiert. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,808107,00.html
Das ist Sinn und Zweck der Aktion. Wie will man sonst eine Atombombe bauen? Mit Gummibärchen?
ein anderer 10.01.2012
5. ...
"Westliche Diplomaten weisen daraufhin, dass eine Anreicherung auf 20 Prozent in einer tief verbunkerten Anlage zumindest für zivile Zwecke keinen Sinn ergibt. " Das einzige was da keinen Sinn macht ist die Aussage der Diplomaten. 1. Der Iran braucht 20%iges Uran um den Forschungsreaktor zu betreiben. 2. Nach den Drohungen der Israelis und teilen der USA die Atomanlagen zu bombardieren, wären die Iraner komplett verblödet ihre Anlagen oberirdisch zu erstellen. Ein Witz, zuerst zwingt man sie so zu Handeln und danach diffamiert man sie weil sie so Handeln. Nebenbei, hätte der Westen die Lieferverträge für Uranstäbe in den 80igern eingehalten wäre der Iran nicht dazu gezwungen worden sie selbst herzustellen. Und wer jetzt meint, das vor kurzem gemachte Angebot nun doch zu liefern, könnte eine Jahrzehnte andauernde Anstrengung so kurz vor dem Ziel beenden, der hat keine Menschenkenntnis.
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