Umstrittenes Uran-Programm Iran nimmt Betrieb von Atomanlage Isfahan wieder auf

Iran hat ungeachtet internationaler Warnungen seine Atomanlage in Isfahan wieder in Betrieb genommen. Damit riskiert die Islamische Republik, dass der Streit um ihr Atomprogramm vor dem Uno-Sicherheitsrat landet.


Die umstrittene Atomanlage von Isfahan: Kompromissvorschlag abgelehnt
AP

Die umstrittene Atomanlage von Isfahan: Kompromissvorschlag abgelehnt

Teheran - "Die Urananreicherung in Isfahan ist unter Aufsicht der Internationalen Atomenergiebehörde wieder aufgenommen worden", sagte der stellvertretende Vorsitzende der iranischen Atomenergieorganisation, Mohammad Saidi. Am Morgen waren Uno-Beobachter in Isfahan eingetroffen, um dort zusätzliche Überwachungskameras zu installieren und die seit November bestehende Versiegelung der Anlage zu brechen.

Kurz zuvor hatte die Bundesregierung noch an Teheran appelliert, die jüngsten Vorschläge der Europäischen Union "ernsthaft und sorgfältig" zu prüfen. Der Vorschlag biete Iran die Perspektive einer umfassenden Zusammenarbeit in politischer, wirtschaftlicher und technologischer Hinsicht, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes heute in Berlin. "Wir hoffen, dass Iran hier keiner Fehlkalkulation unterliegt."

Iranische Arbeiter in Isfahan: Anlage ist wieder in Betrieb
AFP

Iranische Arbeiter in Isfahan: Anlage ist wieder in Betrieb

Der Vorschlag der sogenannten EU-3 - Deutschland, Großbritannien und Frankreich - billigt dem Land die friedliche Nutzung der Atomenergie zu, solange der nukleare Brennstoff hierfür vom Westen bereitgestellt wird. "Wir sind der festen Überzeugung, dass der Vorschlag der EU-3 eine gute Grundlage für weitere Gespräche auf dem Weg zu einer Übereinkunft darstellt, die den berechtigten Interessen beider Seiten gerecht wird", betonte der Sprecher.

Iran hatte den Kompromissvorschlag bereits am Freitag abgelehnt, für heute jedoch noch eine offizielle Stellungnahme angekündigt. Diese soll nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters inzwischen den Botschaftern Großbritanniens, Frankreichs und Deutschlands zugegangen sein. Über den Inhalt wurde zunächst nichts bekannt. Iran besteht auf seinem Recht auf zivile Nutzung der Nukleartechnik. Die USA verdächtigen Teheran, heimlich den Bau von Atomwaffen anzustreben.



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