Umweltschutz EU-Parlament verabschiedet Klimapaket

Mit großer Mehrheit hat das EU-Parlament den ersten Teil des Klimapakets verabschiedet. Damit ist der Weg frei für ein weltweit beispielloses Milliarden-Programm im Kampf gegen die gefährliche Erderwärmung.


Straßburg - Die Parlamentarier stimmten in Straßburg einer Richtlinie zu, wonach der Anteil der erneuerbaren Energien bei der Stromerzeugung in der EU bis zum Jahr 2020 auf mindestens 20 Prozent erhöht werden soll. Deutschland muss demnach seinen Anteil auf 18 Prozent steigern, Österreich auf 34 Prozent.

Derzeit werden EU-weit rund sieben Prozent des Stroms mit erneuerbaren Energien, etwa aus Windparks oder Solaranlagen, produziert. Die neuen Zielvorgaben sollen unter anderem dank der Einführung von Energiesparglühbirnen sowie der verstärkten Verwendung von Biotreibstoffen erreicht werden.

Die Richtlinie zur erneuerbaren Energie ist Teil des Klimapakets, auf das sich die Staats- und Regierungschefs der EU vergangene Woche in Brüssel geeinigt hatten. Das Paket besteht aus insgesamt sechs Richtlinien, die dem Europaparlament am Mittwoch zur Abstimmung vorlagen. Anschließend muss das Paket formal noch vom Ministerrat abgesegnet werden.

Die Bundesregierung will Deutschland derweil auf die Folgen des Klimawandels vorbereiten. Am Mittwoch verabschiedete das Kabinett daher die "Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel", wie ein Sprecher des Bundesumweltministeriums in Berlin mitteilte.

Diese fasst den Kenntnisstand zu den erwarteten Klimaänderungen und deren möglichen Auswirkungen zusammen und skizziert verschiedene Handlungsmöglichkeiten zum Beispiel für Gesundheitsvorsorge, Küstenschutz, Forst- oder Landwirtschaft. Als konkreten nächsten Schritt sieht das 80-seitige Papier einen "Aktionsplan Anpassung" vor, den Bund und Länder gemeinsam erarbeiten und bis März 2011 vorlegen sollen.

als/dpa/AFP/Reuters



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