Elfenbeinküste Sieben Blauhelmsoldaten bei Überfall getötet

Westafrika ist eine der unruhigsten Regionen der Erde, kaum ein Land kommt ohne Uno-Mission aus. Nach dem Ende des gewaltsamen Machtkampfs um die Führung der Elfenbeinküste sollte das Land seit Mitte 2011 auf dem Weg zur Stabilität sein. Doch jetzt wurden sieben Blauhelm-Soldaten getötet.

UN-Blauhelme (Archivbild): Einsatz am Unoci-Hauptquartier in der Elfenbeinküste
AFP

UN-Blauhelme (Archivbild): Einsatz am Unoci-Hauptquartier in der Elfenbeinküste


New York/Abidjan - Die Blauhelme waren im Westen des Landes stationiert, um die Ortschaft Para zu schützen. Doch dann gerieten sie bei einer Patrouille in einen Hinterhalt. Sieben Mann wurden bei diesem Überfall getötet, wie Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon am Freitagabend in New York mitteilte. Aus Uno-Kreisen verlautete, die Soldaten seien im Gebiet von Tai Gerüchten nachgegangen, wonach in der Region mit Anschlägen zu rechnen sei. "Es war ein hinterhältiger Angriff. Diese tapferen Soldaten starben für den Frieden", sagte der Koreaner Ban.

Die sieben Männer der Unoci genannten Mission stammen aus dem westafrikanischen Niger. Der genaue Hergang des Überfalls war zunächst unklar. Ban und sein Sondergesandter in der Elfenbeinküste, Bert Koenders, verurteilten den Angriff scharf. Der Niederländer kündigte an, den Vorfall untersuchen zu lassen.

Das ivorische Verteidigungsministerium teilte später mit, die Angreifer seien aus Liberia gekommen. Den Angaben zufolge könnten außer den Blauhelmsoldaten auch ivorische Armeeangehörige und Zivilisten getötet worden sein. Weitere Details wurden zunächst aber nicht genannt.

"Meine Gefühle sind bei den Familien. Meine Gedanken sind bei diesen tapferen Männern und auch den Einwohnern des Dorfes, die sie beschützen wollten", sagte Ban. Andere Soldaten seien weiter in Gefahr, ebenfalls Opfer der Attentäter zu werden. "Trotzdem harren 40 von ihnen in ihren Stellungen in einem abgelegen Dorf aus, um dessen Bewohner zu schützen." Der UN-Generalsekretär forderte die Regierung des Landes auf, alles zu tun, um die Täter zu finden und zur Verantwortung zu ziehen.

In der Elfenbeinküste hatte sich nach der Wahl im Herbst 2010 der gescheiterte Ex-Präsident Laurent Gbagbo geweigert, das Amt für den Sieger Alassane Ouattara freizumachen. Mit einem "robusten Mandat" hatten Uno-Kräfte, vor allem aus der früheren Kolonialmacht Frankreich, interveniert und letztlich dem gewählten Präsidenten Ouattara mit zur Macht verholfen.

Gbagbo wartet derweil auf seinen Prozess vor dem Kriegsverbrechertribunal in Den Haag. Noch immer hat er außerhalb großer Städte aber viele Anhänger. Zudem sind viele Einwohner des Landes bewaffnet. Allein in Abidjan, der größten Stadt, sollen laut Uno bis zu 10.000 illegale Waffen im Umlauf sein.

rom/dpa/AFP



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