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15. August 2014, 23:11 Uhr

Irak und Syrien

Uno-Sicherheitsrat verabschiedet Resolution gegen Dschihadisten

Die Uno-Vetomächte sind sich einig: Die Finanzierung der IS-Extremisten im Irak soll gestoppt werden. Sechs Unterstützer der Dschihadisten stehen jetzt auf einer schwarzen Liste mit Sanktionen.

New York - Mit Druck auf die Hintermänner wollen die Vereinten Nationen den islamistischen Terrorismus im Irak sowie im Nahen Osten bekämpfen. Der Uno-Sicherheitsrat beschloss am Freitag einstimmig eine Resolution, die sechs Unterstützer auf eine schwarze Liste mit Sanktionen setzt. Zudem werden alle 193 Uno-Staaten verpflichtet, Finanzierung und Rekrutierung für Terrorgruppen zu unterbinden. Der Beschluss richtet sich insbesondere gegen die Terrorgruppen "Islamischer Staat" (IS) im Irak und die Nusra-Front in Syrien.

Die von den Strafen betroffenen sechs Männer gelten als Hintermänner und Finanziers der Terroristen. Gegen sie wurden Reiseverbote verhängt, zudem wurden ihre Konten im Ausland eingefroren. Gegen die IS und die Nusra-Front selbst gelten bereits ähnliche Sanktionen. Die schwarze Liste kann verlängert werden, Beobachter rechnen mit weiteren Namen in Kürze.

"Diese Resolution ist eine klare Botschaft, dass die internationale Gemeinschaft nicht danebensteht, wenn Islamisten eine ganze Region destabilisieren", sagte Großbritanniens Uno-Botschafter Mark Lyall Grant, der in diesem Monat Präsident des Rats ist. Die Bedrohung durch die Islamisten wachse. "Wir sehen mit Schrecken die Verbrechen der Islamisten: Erschießungen, Entführungen und massenhafte sexuelle Gewalt", sagte Grant. Das Sinnvollste sei es, gegen die Hintermänner und die Finanzierung vorzugehen. Diese Resolution sei nicht das letzte Wort, sie könne weiter angepasst werden: "Wir müssen entschlossen, geschlossen und kreativ sein."

Auch Russland bezog Stellung: "Terrorismus ist zum Faktor der Politik im Nahen Osten geworden", hieß es aus der russischen Vertretung. Die Welt müsse dagegen aufstehen, weil eine ganze Region in Gefahr sei. Die US-Botschafterin Samantha Power sieht durch den Vormarsch der islamistischen Terrorgruppen vor allem die Christen bedroht: "'Islamischer Staat' bietet nur die Wahl zwischen Konversion zum Islam oder Tod. Menschen, die kein Muslim werden wollten, wurde öffentlich die Kehle durchgeschnitten."

jbe/dpa

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