"Undiplomatisches Verhalten" Iran weist deutschen Diplomaten aus

Verstimmung im deutsch-iranischen Verhältnis: Die iranische Regierung hat einen deutschen Botschaftsmitarbeiter ausgewiesen. Dies wird als Reaktion auf eine ähnliche Entscheidung Deutschlands im vergangenen Jahr gewertet.


Teheran - Das Außenministerin in Teheran begründete die Entscheidung heute mit "undiplomatischem Verhalten". In Berlin sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts auf Anfrage, sie könne bestätigen, dass ein deutscher Diplomat den Iran verlassen habe. Den Namen des Betroffenen oder weitere Einzelheiten nannte sie nicht.

Es wird vermutet, dass die Ausweisung eine Reaktion auf eine ähnliche Entscheidung Deutschlands im Juli vergangenen Jahres darstellt. Wie der SPIEGEL im Dezember berichtete, hatte der betroffene iranische Diplomat Mohraramali D. Kontakt zu einer Spezialfirma in Bayern aufgenommen, um offenbar ein Bauteil für das Programm zur Urananreicherung zu beschaffen. Die erste Ausweisung eines iranischen Diplomaten seit vielen Jahren hatte zu Belastungen des deutsch-iranischen Verhältnisses geführt.

Teheran hatte im April 2006 die Urananreicherung in der Atomforschungsanlage Natans wieder aufgenommen. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat den Iran mehrfach aufgefordert, dieses Programm einzustellen.

sto/AP



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