Ungarns Abschottungsplan Orbán will mehr als eine Million Flüchtlinge abschieben

Ungarns Premier Viktor Orbán präsentiert einen neuen Abschottungsplan für die EU. Er plädiert dafür, mehr als eine Million illegale Flüchtlinge in Lager außerhalb Europas zu stecken.
Ungarns Präsident Orbán

Ungarns Präsident Orbán

Foto: Ronald Zak/ AP

In Ungarn praktiziert Viktor Orbán in der Flüchtlingskrise seit Langem eine Politik der Abschottung: Seit einem Jahr stehen an den Grenzen zu Serbien und Kroatien stacheldrahtbewehrte Zäune. Jetzt prescht der rechtskonservative Premier mit einem Vorstoß für die EU vor.

"Alle, die illegal gekommen sind, sollte man einsammeln und wegbringen", forderte er gegenüber dem ungarischen Nachrichtenportal "Origo". "Aber nicht in andere (EU-)Länder, sondern in Gebiete außerhalb der EU".

Außerhalb der EU sollte man "von bewaffneten EU-Kräften gesicherte, mit EU-Geld finanzierte große Flüchtlingslager" errichten, schlug Orbán vor. Die Betroffenen sollten dort Asylanträge stellen können und erst dann weitergelassen werden, wenn sie ein EU-Land aufnehme. "Bis dahin müssen sie sich aber in den großen, außerhalb der EU gelegenen Lagern aufhalten. Es kann eine Insel sein oder irgendein Abschnitt der nordafrikanischen Küste."

Am 2. Oktober findet auf Initiative der Regierung in Ungarn ein Referendum statt, bei dem die Bürger EU-Quoten zur Verteilung von Asylbewerbern über die Mitgliedsländer ablehnen sollen.

als/dpa
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